27. Juni 2026
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Glasflügler

Lesedauer ca. 4 Minuten

Diesmal möchte ich, zur Abwechslung, einmal eine Gruppe kurz vorstellen, bei der ich mich leider nicht wirklich gut auskenne. Zum Glück gibt es aber Literatur und das Internet, wo man auch in solchen Fällen zu Informationen kommt.

Die Idee dazu kam mir, weil ich schon ein paar Arten dieser Insekten, aufgrund ihrer Schönheit fotografiert hatte, ohne zu der Zeit zu erkennen, dass es Schmetterlinge sind. Sie alle wurden später von fachkundigen Spezialisten identifiziert.

Die Glasflügler sind auf allen Kontinenten mit Ausnahme der Antarktis beheimatet. Von ihnen sind bis jetzt 1.432 Arten bekannt, in Europa gibt es 110 Arten davon. Im deutschsprachigen Raum (A, CH, D) kennt man bisher 49 Arten.

Die zwei gelben Flecken, beidseitig vor den Flügeln sind das deutlichste Unterscheidungsmerkmal zum recht ähnlichen Großen Weidenglasflügler.

Die Hornissen- (oder auch Bienen-Glasflügler) erreichen eine Flügelspannweite von 30 bis 45 Millimetern.

Die Raupen werden ca. 50 Millimeter lang und ernähren sich vom Holz der Pappeln oder manchmal der Weiden, in deren Stämmen und Wurzeln sie leben.

Die auffälligsten Merkmale der überwiegend tagaktiven Falter sind ihre größtenteils durchsichtigen Flügel, an denen in der Regel nur die Flügeladern und -ränder beschuppt sind, und ihr äußeres Erscheinungsbild, das Hautflüglern wie etwa Wespen stark ähnelt. Dies kommt daher, dass sie neben den durchsichtigen Flügeln eine meist gelbe Streifenfärbung haben. Diese Mimikry schützt sie vor Fressfeinden, die von den vermeintlich gefährlichen Tieren Abstand halten. Unter Mimikry versteht man die Nachahmung eines anderen Lebewesens, die dazu führt, dass dem Nachahmer Vorteile durch die Täuschung entstehen.

Die Raupen der Glasflügler sind hell gefärbt und haben meist einen dunklen Kopf ähnlich vieler Käferlarven. Sie leben und bohren in den Ästen, Stängeln oder Wurzeln von Pflanzen und durchlaufen oft ein langes, mehrjähriges Larvalstadium. Einige Arten können Schäden in der Land- und Forstwirtschaft anrichten.

Hier eine weitere Färbungsvariante (melanistisch) des Hornissenglasflüglers, die ich wenige Tage nach den vorherigen Fotos entdeckte.

Die Falter fliegen von Ende Mai bis Ende Juli, die Raupen findet man von August bis Mai, wobei sie dazwischen zweimal überwintern.

Der Hornissen-Glasflügler ist wirklich ein ordentlicher Brummer und eindeutig deutlich größer als die Hornissen, die er imitiert.

Und jetzt noch ein paar Fotos von teilweise viel kleineren Arten der Glasflügler.

Dieser, viel kleinere Schmetterling, ist ein Apfelbaum-Glasflügler.

Ein Weiden-Glasflügler wird auf diesem und dem folgenden Bild gezeigt.

Und zum Abschluss meiner bisherigen Aufnahmen noch ein Johannisbeer-Glasflügler.

Um mehr Arten zeigen zu können, als ich bisher fotografieren konnte, hier noch ein Himbeer-Glasflügler, fotografiert von sylviwanzi und auf iNaturalist unter der Creative Commons Lizenz cc-by-nc zur Verfügung gestellt …

… und der Kleine Pappel-Glasflügler. Auch ein recht großer wunderschöner Schmetterling. Fotografiert von hdeutsch und ebenso auf iNaturalist unter cc-by-nc zur Verfügung gestellt.

Ist es nicht erstaunlich, welche Schönheiten, meist völlig unbeachtet, um uns herum immer wieder zu finden wären.

An dieser Stelle möchte ich auch unbedingt den wirklich vielen Personen danken, die ihre Fotos freizügig der Wissenschaft aber auch der nicht kommerziellen reinen Information von Interessierten gratis zur Verfügung stellen.

Robert Pisch

© Alle bis auf die letzten zwei Fotos: Robert Pisch (ebenso unter cc-by-nc)

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Robert Pisch

Robert ist grafischer Facharbeiter in der Druckvorstufe und seit kurzem in Pension. Er hat zuletzt seit mehreren Jahren die grafischen Vorarbeiten für die Druckversion der DZ-Inzing erledigt. Als Mitglied von JUF, seit der Gründung dieser Fraktion, sitzt er die letzten Gemeinderatsperioden auch im Landwirtschaftsausschuss. Sein größtes Interessensgebiet ist die Natur und der Umgang mit ihr. Zusätzlich liebt er es, rein hobbymäßig, zu fotografieren und ist passionierter Fußgänger. In den letzten Jahren ist er auch auf den Geschmack und den Reiz von “Weitwanderungen” gekommen. In den sporadischen Beiträgen möchte er diese Interessensgebiete und daraus gewonnene Erfahrungen näher bringen und hofft dabei auch, die eine oder andere Diskussion “anzuzetteln”.

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