Glückseligkeit.
Eine Liebeserklärung an die Abendstille einer gedankenverloren blühenden Welt.
Wenn der Sommer die Grashüpfer schickt, die Luft nach sonnigem Kindsein duftet, wenn dein Herz ins frisch gemähte Gras taucht und den fliegenden Pferdchen hinterherspringt, verrinnen Stunden wie im Sonnenrausch.

Wenn sich schließlich die ermattete Hitze des Tages nach kühlendem Windhauch sehnt, entschwindet über uns glänzendes Sommergold und zerfließt verschwenderisch im aufblühenden Abendblau. Um uns herum verwandeln sich die Bäume, Grashalme und Blüten in stummschwarze Schattenrisse. An weißgrauen Wolken hängen pastellleuchtende Bänder und das letzte Licht verblüht in einem blaugrauen, von Rosagold durchwirkten Meer.
Der Duft nach wasserhungriger Erde und trocknendem Heu begleitet den lau aufatmenden Wind, der mit sanfter Zärtlichkeit den barfüßigen Sommer liebkost.
Mit den letzten Saltos des Tages katapultieren sich die Grashüpfer von zitternden Blättern und Gräsern hinauf in die noch sonnenwarme Luft. Auf einem unsichtbaren Schwebebalken zwischen Himmel und Erde balanciert sonnentanzende Kindheit, die mir Räder schlagend ins Herz purzelt.

Mitten in meinen kindlichen Herzenswunsch nach Geborgenheit und Unversehrtheit wirft sich ein kleiner Mensch hinein und landet unbekümmert jubelnd in meinen Armen. Er wetzt seine spielerhitzte Kinderstirn an meiner Wange. Ich muss unwillkürlich lachen, während der Große sich sorglos erschöpft ins üppig sattfette Gras wirft. Der kleine Mensch schmiegt sich vertrauensvoll an meine Schulter. Sein heißer Kinderkopf duftet nach Sonnenstrahlen, nach Wald, Gras und Honig. Weicher Haarflaum kitzelt meine Nase.
In dieser wohligen Einkehr sind wir so greifbar wir. In herzensjubelndem Schweigen verharren wir glückselig und losgelöst unter dem schon leise träumenden Himmel. Wir halten einander die Hände. Wir halten uns, wie wir Verschworenen es immer tun. Wir sind einander Antwort, die keinen Zweifel lässt.

von

