Ein Gastbeitrag
von
Alfred Wagner
Mit der SEA CLOUD SPIRIT durch den Panamá Kanal zum Pazifik und entlang der Küste von Costa Rica
Im Hafen von Colón liegt die Sea Cloud für die Reise bereit.

Am ersten Tag nach dem Ablegen werden die San Blas Inseln besucht. Diese Inselgruppe besteht aus 365 Inseln, die alle im Besitz von Frauen sind. Das Gebiet ist autonom und wird von den Kuna selbst regiert und durch die eigenständige Wirtschaft abgesichert. Die Kuna sind sehr verbunden mit der Natur und wollen daher Massentourismus vermeiden. Sie bestimmen selbst, welche Touristen das Land betreten dürfen.


Am folgenden Tag wird der Panamá Kanal durchfahren. Der Kanal durchschneidet die 80 km breite Landmasse zwischen Atlantik und Pazifik. Der Bau dauerte insgesamt 33 Jahre. 1903 unterstützte die US-Regierung Panamas Unabhängigkeitskampf und erhielt dafür das exklusive Nutzungsrecht für die Kanalzone. 75 000 Arbeiter waren an diesem gigantischen Bauwerk beteiligt, 22 000 Menschen sind an Malaria und Gelbfieber gestorben. Nach der Eröffnung 1914 blieben die Amerikaner bis 1999. Nach einem weiteren Ausbau können nun seit 2016 auch Frachter, die bis zu 14 000 Container an Bord haben, passieren. Jährlich sind das ca. 15 000 Schiffe.


Nach der Durchfahrt steuern wir zuerst die Perleninseln im Pazifik an – bekannt für wunderbare Schnorchel-Abenteuer.

Nächste Station ist Puerto Jiménez, wo wir mit Zodiacs an Land gebracht werden und zum ersten Mal Costa Rica betreten. Costa Rica hat 1948 die Armee zugunsten der Förderung von Bildungs- und Gesundheitsprogrammen abgeschafft. Das Land gewinnt fast seinen gesamten Strombedarf aus regenerativen Quellen. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern der Region ist es seit den 1950er Jahren eine stabile Demokratie und blieb durch frühzeitige sozialpolitische Maßnahmen von Unruhen und Bürgerkrieg verschont.
Auf der Osa Halbinsel trifft die unberührte, grüne Regenwaldpracht des Corcovado Nationalparks auf das Blau des Pazifischen Ozeans und des Golfo Dulce. Es ist eines der abgelegensten Gebiete Costa Ricas und die wenigen Hotels, die es hier gibt, legen Wert auf den Erhalt dieser idyllischen Kulisse.


Nächstes Ziel ist Punta Leone. Dies ist eines der wichtigsten Naturschutzgebiete Costa Ricas und schützt fast 800 Hektar unberührten Wald. Costa Rica ist flächenmäßig gesehen ein kleines Land. Rund 450 Kilometer lang, trennen an der schmalsten Stelle nur 112 Kilometer den Pazifik und das Karibische Meer. Wenn es um Themen wie Nachhaltigkeit, Arterhaltung und das Bewusstsein für das eigenen Handeln geht, ist Costa Rica mittlerweile eine große Nation.
Das Motto von Costa Rica heißt: PURA VIDA! Das pure Leben. Ohne eine intakte, sich im Gleichgewicht befindende Natur ist dies nicht möglich.

Letzte Station ist dann Playa Panamá. Der Nationalpark Palo Verde kann mit einer Bootsfahrt erkundet werden. Palo Verde ist einer der Orte mit der größten Biodiversität Costa Ricas. Er ist einer der wichtigsten Parks dort, da er ein gefährdetes Ökosystem in Zentralamerika beherbergt, den tropischen Trockenwald, in dem tausende Vögel und verschiedene Wildtiere leben.

Vor dem Rückflug besuchten wir noch den Nationalpark Arenal mit dem noch aktiven Vulkan, der leider immer einen bedeckten Gipfel hatte.

cc
Alle Fotos: Alfred Wagner

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