Nicht nur bei uns Menschen, sondern auch bei vielen anderen Tieren, herrscht große Not an verfügbarem und erwerbbarem Wohnraum. Durch das ständige Fortschreiten der Vernichtung von natürlichen, vielfältigen Lebensräumen mit ausreichender Strukturierung, schutzbietenden Sträuchern und sonstigen Versteck- und Unterschlupfmöglichkeiten und Totholz, wie auch ausreichenden Futterbeständen im erreichbaren Umkreis wird es eng mit geeignetem Wohnraum. Der beste Artenschutz kann nichts retten, wenn der Lebensraum fehlt.

Manche Arten sind allerdings recht flexibel, wenn es darum geht, eine passende Wohnung zu finden. Vor einigen Jahren etwa baute bei uns in einem Nistkasten eine Hornissengruppe ihr Nest, das übrigens sehr schön aussieht. Alle Personen jammerten in diesem Jahr über die vielen Wespen – wir hatten kein Problem damit. Hornissen und andere Wespen vertragen sich nicht und die Hornissen sind stärker. Zudem sind sie ausgesprochen friedlich, wenn sie nicht sehr gestört oder bedroht werden.
Einige Schwalbenarten haben sich schon lange an die menschlichen Eingriffe angepasst und bauen ihre Nester gerne in Ställen oder an Hauswänden, Spatzen (Haussperlinge) nützen jede Lücke unter Dächern, aber auch in Postkästen oder ähnlichem für ihre Nester. Manche Schmetterlinge überwintern in Dachböden oder Geräteschuppen die auch immer wieder von Siebenschläfern oder Steinmardern in Beschlag genommen werden.
So gibt es sehr viele Beispiele zur Nutzung von unterschiedlichsten Möglichkeiten wie auch zur „feindlichen Übernahme“ fremder Nester oder Bauten. Denken wir doch immer wieder daran, zumindest dort wo es kaum oder nicht schadet, natürliche Lebensräume bestehen zu lassen und nicht alles nach unseren „Schönheitsidealen“ zu zerstören.

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