29. Juli 2026
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Auf Besuch bei der Chelsea Flower Show in London und im Botanischen Garten München

Im Botanischen Garten in München
Lesedauer ca. 5 Minuten

Diesen Monat berichte ich über zwei Besuche. Der erste ist mein Besuch der Chelsea Flower Show in London im Mai, der zweite unser OGV-Ausflug in den Botanischen Garten München am Samstag, den 27. Juni.

Die Chelsea Flower Show

Im vergangenen Jahr berichtete ich über den Besuch von Andrew und mir auf der Chelsea Flower Show (siehe Ausgabe der Dorfzeitung vom Juni 2025). Dieses Jahr bot sich unerwartet die Gelegenheit, selbst noch einmal hinzugehen, und ich konnte eine Eintrittskarte für den Samstag, den letzten Ausstellungstag, ergattern.

Die Vielfalt der Schaugärten und Aussteller entsprach dem, was ich bereits im vergangenen Jahr beschrieben hatte. Meiner Meinung nach waren die Schaugärten dieses Mal jedoch sogar noch interessanter. Besonders viel Aufmerksamkeit erhielt der Curious Garden, ein Gemeinschaftsprojekt der Royal Horticultural Society (RHS) – der Veranstalterin der Chelsea Flower Show – und der King’s Foundation. Entworfen wurde der Garten von Frances Tophill, unterstützt von Seiner Majestät König Charles, dem prominenten Fußballer David Beckham sowie dem bekannten Fernsehgärtner Alan Titchmarsh. Der Garten spiegelte die gärtnerischen Interessen sowohl des Königs als auch von David Beckham wider. Eine reiche Mischung aus Obst, Gemüse und Rosen wurde durch eine Konstruktion aus Eichenholz ergänzt, die traditionelles Kunsthandwerk zeigte und verdeutlichte, wie eng Pflanzen mit nahezu allen Bereichen des menschlichen Lebens verbunden sind.

Ein roter Faden, der sich durch die meisten Gärten zog, war die naturnahe Bepflanzung mit zahlreichen wiesenartigen Bereichen, die harmonisch in die Gartengestaltung integriert wurden. Auch immergrüne Gehölze erleben derzeit ein Comeback – insbesondere die Waldkiefer (Pinus sylvestris). Ihre immergrünen Nadeln speichern das ganze Jahr über Kohlenstoff und tragen dazu bei, Schadstoffe in städtischen Gebieten zu reduzieren. Außerdem geben sie flüchtige Pflanzenstoffe an die Luft ab, die unser Immunsystem stärken und Stress abbauen sollen.

Ein weiterer bemerkenswerter Garten, entworfen von Tom Stuart-Smith, stellte einen Ausschnitt aus einem neuen Garten dar, der künftig vor der berühmten Tate Gallery an der Themse angelegt werden soll. Zu dem Gartens gehörte auch eine Skulptur der bekannten Bildhauerin Barbara Hepworth. Die Planung berücksichtigt, dass London aufgrund des Klimawandels zunehmend ein mediterranes Klima entwickelt. Entsprechend exotisch fiel die Bepflanzung aus: Magnolien, Ananas-Guave (Feijoa), Granatapfel und Feigenbaum waren dort zu sehen. Als ich die Tate später am Nachmittag besuchte, waren bereits Bauzäune aufgestellt, um die Anlieferung der Bäume, Sträucher und Stauden vorzubereiten. Ich freue mich schon darauf, den fertigen Garten bei meinem nächsten London-Besuch im kommenden Frühjahr zu besichtigen.

Ein weiterer Garten mit einer Skulptur war der „On the Edge“-Garten der mehrfach mit Goldmedaillen ausgezeichneten Gartendesignerin Sarah Eberle. Im Mittelpunkt stand der gewaltige Stamm eines umgestürzten Mammutbaums, der mit der Motorsäge zu einer liegenden Figur von Mutter Erde gestaltet worden war und von einer eindrucksvollen Bepflanzung umgeben wurde.

Besonders interessant war für mich auch der Bereich der Terrassen- und Balkongärten. Diese befinden sich traditionell in den benachbarten Ranelagh Gardens, deren schattenspendende Bäume an diesem heißen Tag sehr willkommen waren.

Wir im OGV Inzing wissen, dass die meisten neu errichteten Wohnungen im Ort heute entweder nur über sehr kleine Gärten oder lediglich über Terrassen und Balkone verfügen. Deshalb möchten wir Ideen sammeln, die neue Eigentümerinnen und Eigentümer inspirieren, den vorhandenen Platz optimal zu nutzen – als grüne Oase zum Entspannen und, wenn gewünscht, auch zum Anbau von Obst und Gemüse.

Die ausgestellten Gärten machten deutlich, dass der Schlüssel zum Erfolg in ausreichend großen Pflanzgefäßen und einem großzügigen Gestaltungskonzept liegt. Ein Baum in einem Pflanzkübel kann selbst einen sehr kleinen Außenbereich größer wirken lassen – vorausgesetzt, man wählt die passende Baumart. Salate, Tomaten und sogar Kartoffeln lassen sich dagegen problemlos in vergleichsweise kleinen Töpfen oder Behältern kultivieren.

In den zunehmend heißen Sommern lässt sich auf kleinen Flächen außerdem sehr einfach eine automatische Bewässerungsanlage installieren, die die Pflanzen auch während längerer Hitzeperioden zuverlässig versorgt und den Pflegeaufwand deutlich reduziert.

Halten Sie im Herbst Ausschau nach einer Veranstaltung des OGV Inzing – dort möchten wir Ihnen Anregungen geben, wie Sie auch auf kleinem Raum Ihre ganz persönliche grüne Oase gestalten können.

OGV-Ausflug in den Botanischen Garten München

Am Samstag, den 27. Juni, einem der bisher heißesten Tage des Jahres, fuhren wir mit einem klimatisierten Reisebus über Scharnitz zum Botanischen Garten München und konnten dabei die herrliche Alpenlandschaft genießen.

Vor Ort hatten wir über vier Stunden Zeit, die Anlage zu erkunden und außerdem ein köstliches Salat-Mittagessen im Gartencafé zu genießen. Zwar litten die Blumen sichtbar unter der großen Hitze, dennoch präsentierten sich die Gärten in bemerkenswert gutem Zustand. Zahlreiche schattige Gehölzbereiche boten angenehme Rückzugsmöglichkeiten vor der sengenden Sonne.

Für die Pfingstrosen und Schwertlilien waren wir bereits zu spät, für die Dahlien – von denen der Garten eine beeindruckende Sammlung besitzt (und übrigens keine Spur von Schneckenfraß!) – noch etwas zu früh. Trotzdem gab es mehr als genug zu entdecken. Zu den Höhepunkten zählte für mich der große, mit Seerosen übersäte Teich, hinter dem sich die weitläufigen Alpinanlagen mit einer beeindruckenden Auswahl an Pflanzen aus verschiedenen Gebirgsregionen erstrecken. Ein anderer Besucher machte uns außerdem auf die Farnschlucht aufmerksam, wo wir die angenehme Kühle und den Schatten genießen konnten.

Ebenfalls beeindruckend war der große Bereich mit den sogenannten Nutzpflanzen, also Obst- und Gemüsesorten. Die Vielfalt war bemerkenswert, und alle Pflanzen gediehen – sicherlich dank regelmäßiger Bewässerung – hervorragend. Direkt daneben befindet sich ein noch größerer Bereich, der den verschiedenen Pflanzenfamilien gewidmet ist. Dort wachsen rund 1.500 Pflanzen aus 150 Pflanzenfamilien – etwa ein Drittel aller Pflanzenfamilien weltweit.

Zurück in der Nähe des Eingangs besuchten wir zum Abschluss die Gewächshäuser. Die Anlage umfasst drei große Hallen und zwölf kleinere Gewächshäuser. Die großen Hallen sind Kakteen, Palmen sowie der Pflanzenwelt Afrikas und Madagaskars gewidmet. In den kleineren Gewächshäusern konnten unter anderem Orchideen, tropische Nutzpflanzen und Wasserpflanzen, Sukkulenten, Palmfarne, Baum- und Geweihfarne sowie Bromelien bewundert werden.

Mein persönlicher Favorit war das Victoria-Haus mit seinem großen Wasserbecken, in dem die prächtigsten und exotischsten Seerosen zu sehen waren. Doch jedes einzelne Gewächshaus bot faszinierende Eindrücke.

Auf der Heimfahrt legten wir noch einen Zwischenstopp im Kloster Benediktbeuern ein. Dort besichtigten wir den Meditationsgarten, dessen Wege sich in mehreren Spiralen anordnen und der von großen Buchskugeln gegliedert wird – ohne die geringste Spur des Buchsbaumsterbens. Die vier kreisförmigen Beete sind jeweils einem eigenen Thema gewidmet: Duftpflanzen, Heilpflanzen, Küchenkräuter und symbolische Kräuter.

Einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer gönnten sich anschließend ein kühles Bier in der benachbarten Klosterbrauerei, während andere im Kräuter-Café ein erfrischendes Getränk genossen. Die Heimfahrt führte uns entlang des Kochelsees und des Walchensees zurück nach Inzing.

Ein herzlicher Dank gilt unserer Obfrau Brigitte Scott für die ausgezeichnete Organisation dieses rundum gelungenen und abwechslungsreichen Ausflugs.

Fotos / München: Gerti Neubauer

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