Am 10. und 11. Juli 2026 findet im Innenhof der Mittelschule Inzing zum dritten Mal das Food&Art Music Festival statt. Das zweitägige Festival des Kulturvereins Inzing verbindet ein sorgfältig kuriertes Live-Musikprogramm mit einem Kunstmarkt, einem deutlich ausgeweiteten Kulinarikangebot und dem Anspruch, einen Ort der Begegnung zu schaffen — mitten im Dorf, offen für alle.
Was 2024 als Idee begann, hat sich rasch zu einer der eigenständigsten Kulturveranstaltungen im Tiroler Oberland entwickelt. Das Food&Art Music Festival versteht sich nicht als Dorffest im klassischen Sinne, sondern als bewusst gestaltete Plattform: für Musik abseits des Mainstreams, für zeitgenössische Kunst und für kulinarische Vielfalt, die weit über regionale Standardkost hinausgeht. Hinter dem Festival steht der Verein für Kultur Inzing, der seit über 30 Jahren in der Gemeinde tätig ist und mit Projekten wie der
Fensterkunst-Reihe, dem Pubquiz, Radio Enterbach oder den Vorhaben rund ums Wegmacherhaus zeigt, dass Kulturarbeit im ländlichen Raum weder klein denken noch sich selbst genügen muss.
Der Leitgedanke des Festivals ist dabei konstant geblieben: Vielfalt nicht als Programmpunkt, sondern als Haltung. Das bedeutet in der Praxis: Acts, die sich nicht von selbst auf jedem Sommerfest der Region finden. Ein Kunstmarkt, der nicht Dekoration ist, sondern eigenen Raum bekommt. Und Essen, das Geschichten erzählt.
Das Programm: Freitag, 10. Juli 2026
Den Auftakt am Freitagnachmittag machen Die Krakeelen — eine Band, die mit Punkrock für Kinder das Festival energisch, aber mit einem Lächeln eröffnet. Sie zeigen (wie auch das zusätzliche Angebot), dass Kinder nicht als Anhängsel betrachtet werden, sondern ihren eigenen Platz bekommen. Es folgen The Plüschs und Dirty Cousin Crew, zwei Bands aus Inzing selbst. Dass gleich zwei der
Freitagsacts aus dem Ort kommen, ist kein Zufall: Das Festival versteht sich auch als Bühne für das, was vor der eigenen Haustür entsteht — und macht damit deutlich, dass Inzing keine passive Kulisse, sondern ein aktiver Teil des Programms ist.

Den weiteren Verlauf des Abends gestalten Bbou und Martijn. Bbou, MC und Beatproduzent aus der Oberpfalz, bringt oberpfälzischen Dialekt-Rap auf die Bühne — eine Handschrift, die sowohl regional verankert als auch eigenständig produziert ist. Martijn ergänzt mit Jazz-Rap und Alternative Hip-Hop einen anderen Aggregatzustand desselben Genres: klangoffener, harmonisch breiter, mit einem Bein in der Improvisationskultur.

Den Abschluss des Freitagabends macht Spilif als Headlinerin: Die Innsbrucker Rapperin arbeitet mit Liveband und viel Groove, ihr zweites Album „Elouise“ zählte zu den meistbeachteten österreichischen Rap-Veröffentlichungen des vergangenen Jahres — FM4-Rotation und überregionale Aufmerksamkeit inklusive. Der Freitag entwickelt damit in seiner zweiten Hälfte einen bemerkenswerten inneren Bogen: drei Rap-Acts, drei völlig verschiedene Zugänge zur Sprache, zum Beat und zur Bühne — von Oberpfälzer Erdung über Jazzrap-Offenheit bis hin zu Spilifs groovigem, warmem Abschluss.
Das Programm: Samstag, 11. Juli 2026
Den Samstag eröffnet Ba.To — eine der drei Bands aus Inzing selbst. Was folgt, ist einer der vielgestaltigsten Programmbögen des Festivals: Heavy Kevy, bekannt für eine ausgewachsene Bühnenpersönlichkeit, tritt hier in seiner Soloform an — akustischer Softrock, Gitarre, Kazoo und eine Attitüde, die das Lachen als Kunstform ernst nimmt. Dangerboy Samahl, ebenfalls aus Innsbruck, ist dagegen ein anderes Kaliber an Unmittelbarkeit: Die One-Man-Band produziert live Beats, kombiniert sie mit Gitarrenriffs und verschleift mit Live-Looping die Grenze zwischen DJ-Set und Livekonzert. Sein Sound verbindet Elektro, Funk und Rock mit einem deutlichen Blues-Einschlag — roh, groovig, explosiv. 7 Years Bad Luck spielen melodischen Punkrock — und das seit 2001. Das Innsbrucker Trio zählt zu den beständigsten Stimmen in der österreichischen Punk-Szene und steht für große Melodien mit wenig
Selbstmitleid.

Den Übergang vom Nachmittag in den Abend übernimmt Hubert Dorigatti & Mountain Blues. Der Südtiroler Blues-Gitarrist und Sieger der International Blues Challenge verbindet akustisches Ragtime Picking mit Country- und Folk-Einflüssen und zeigt, dass die Berge dem Delta als Blues-Heimat in nichts nachstehen.
Den Abschluss des Samstags — und des gesamten Festivals — bilden Von Seiten der Gemeinde: Das Nordtiroler Mundart Hip-Hop-Trio um Yo!Zepp, Chrisfader und Testa gilt seit seinem Debüt 2014 als feste Größe im österreichischen Rap. Ihre Texte — gesellschaftskritisch, satirisch, tief im Tiroler Dialekt verwurzelt — machen Provinz nicht zur Kulisse, sondern zum Stoff. Ein starker Abschluss für ein Festival, das Haltung der Beliebigkeit vorzieht.

Kunst und Kulinarik: gleichwertige Säulen
Das Festival trägt seinen Namen nicht umsonst. Parallel zum Musikprogramm präsentiert ein Kunstmarkt mit bildender Kunst und Live-Painting, was zeitgenössische Kunstpraxis im Freiraum bedeuten kann. Der Kunstmarkt ist kein Rahmenprogramm — er bespielt den Innenhof gleichberechtigt und lädt zu eigenem Verweilen und Entdecken ein. Eine bunte und vielfältige Marksituation die zum Verweilen und Entdecken einladet. Bildende KünstlerInnen geben neben den Merch-ständen der MusikerInnen, einen Einblick in die Schaffenswelt ihrer Arbeiten, Werke und Techniken. Die BesucherInnen des Festivals sind eingeladen den KünstlerInnen bei ihrer Arbeit über die Schulter zu schauen und im persönlichen Gespräch bei einer gemütlichen Atmosphäre, mehr über ihre Intentionen und Arbeitsprozesse zu erfahren.
Das kulinarische Angebot wurde für 2026 deutlich ausgebaut. Es versammelt eine Bandbreite an Küchen und Traditionen, die das Festival von Beginn an ausgezeichnet hat: internationales Streetfood, regionale Produkte und Spezialitäten, die man in der Umgebung so nicht findet. Essen ist hier keine Versorgungsstation zwischen zwei Konzerten, sondern ein eigenständiger Erfahrungsraum — und ein bewusst gesetztes Zeichen, dass Begegnung oft am Tisch beginnt. Auf Foodtrucks werden verschiedene Speisen angeboten, von frisch gesmoktem Fleisch über Spezialitäten aus Syrien, Ungarn, Rumänien, Thailand und Tanzania bis hin zu süßen Waffeln, Eis und Kaffee.
Kinderprogramm
Für die kleinen Besucherinnen und Besucher gibt es verschiedene Angebote: Kinderturnen, Kinderschminken und Airbrush-Tattoos sowie Bastelarbeiten passend zum Thema. An beiden Tagen gibt’s von 17 bis 18 Uhr eine Kinderdisco.
Warum sind die Ticketpreise im Vergleich zum Vorjahr gestiegen?
Der Kulturverein legt großen Wert darauf, ein Festival „für InzingerInnen“ zu gestalten. Das beweist auch die Teilnahme von lokalen Bands wie Ba.To, Dirty Cousin Crew und The Plüschs. Gleichzeitig soll ein außergewöhnliches und vielfältiges Kulturangebot geschaffen
werden, das über das Alltägliche hinausgeht. Die Ticketpreise stehen dabei im Verhältnis zur Qualität des Programms. Es wurden hochkarätige KünstlerInnen eingeladen: Hubert Dorigattis Album „Poor Boy“ war für den internationalen Blues Music Award in Memphis nominiert, Spilif und Von Seiten der Gemeinde waren in der Kategorie Hip Hop und Urban für den Amadeus Music Award 2026 nominiert. Die Einnahmen dienen ausschließlich der Kostendeckung für Künstler, Technik und Infrastruktur. Der Verein möchte sicherstellen, dass großartige Erlebnisse nicht nur in der Stadt, sondern auch unmittelbar – hier in Inzing – möglich sind. Jeder Gast trägt durch seinen Besuch dazu bei, dieses einzigartige Event zu ermöglichen und zu einem Erfolg zu machen.
Das Food&Art Music Festival ist, bei allem Programm, vor allem eines: ein Ort. Ein Ort, an dem Menschen aus dem Dorf und von weiter weg zusammenkommen, an dem Künstlerinnen und Künstler, Musikerinnen und Musiker, Köchinnen und Köche und ein engagiertes Publikum für zwei Tage gemeinsam einen Raum bevölkern, den es sonst so nicht gibt.
Für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre ist der Eintritt frei.
Facts:
Freitag, 10. Juli und Samstag, 11. Juli 2026, Einlass ab 13 Uhr
Innenhof der Mittelschule Inzing, Mühlweg 12, 6401 Inzing
Tickets: kupfticket.com/events/foodandart2026
Tagesticket: VVK € 29,-, Abendkasse € 39,-
Zweitagesticket: VVK € 55,-, Abendkasse € 73,-
Supporterticket 2 Tage: € 100,-, Kinder/Jugendliche bis 16 Jahre frei.
Kontakt: food.art@kulturverein-inzing.com, kulturverein-inzing.com, Instagram: kulturverein_inzing
Freitag, 10. Juli: Die Krakeelen · The Plüschs · Dirty Cousin Crew · Bbou · Martijn · Spilif
Samstag, 11. Juli: Ba.To · Heavy Kevy · Dangerboy Samahl · 7 Years Bad Luck · Hubert Dorigatti & Mountain Blues · Von Seiten der Gemeinde

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