12. Juni 2026
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Über die Schwelle

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Ich glaube, dass Gott
kein Vaterland hat.

Traditionen, die auf Angst,
Unterordnung oder Macht bauen,
formen weder Herz noch Willen.
Sie brechen den Geist.

Ich glaube, dass Männer
und Frauen gleich geschaffen sind,
auch wenn das Vaterland
die Frauen zurückweist.

Ich, Tochter des Mutterlandes,
prüfe Entscheidungen,
übernehme Verantwortung
und setze Grenzen.

Ich stehe ein für ein Leben
in Mut und Freiheit,
kritisch, selbstbestimmt
und unbeirrbar.

Ich halte dem Patriarchat
seine Macht vor
und stelle ihm
Würde entgegen.

Ich kehre heim ins Mutterland.
Ohne Erlaubnis.

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Angela Pargger

Ein neuer Vorstellungstext … „Ich schreibe hier auch.“ Das wäre mein erster Impuls gewesen. Allerdings wurde mir nahegelegt, mich etwas auszubreiten. here we are. Worte verbinden, Worte trennen. Sie öffnen Räume. Meine Texte entstehen im inneren wie äußeren Austausch, in Auseinandersetzung mit Sprache, Sprachfluss, Melodie und Rhythmus. Dabei begleiten mich Fundstücke aus dem Alltag sowie Texte und Atmosphären verschiedenster Sprach- und Musikkünstler*innen. Einige von ihnen nehmen mich bis heute in den Arm, sind Wegbegleiter und Freunde zugleich. Wenn meine Texte ihren Rhythmus suchen, muss ich sie hören und spüren. Ich spreche sie, summe und stampfe sie, gehe sie mit, bis Worte und Klang zueinanderfinden. Schreiben ist seit meinem 14. Lebensjahr mein Ausdruck; es ordnet mich und meinen Alltag. Der schöpferische Prozess ist dabei inzwischen Kraftakt und Wohnstatt zugleich. Meine Texte dürfen ihren eigenen Weg zwischen Fließen und Widerstand suchen.

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