5. Juni 2026
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Konter(r)_evolution und andere Gedichte

Foto: Pixabay
Lesedauer ca. < 1 Minute

Konter(r)_evolution

In Zeiten des ewigen Rundumschlags
In der unschönen neuen Welt
Sind Mythen an der Tagesordnung
Fakten verblassen vor und hinter dem Fake

Revolution ohne Theorie
Ist hauptsächlich laut

Kriegs- und Krisengewinner
Betten die geistige Mündigkeit zur letzten Ruhe
Von Links und Rechts hört man sie rufen:
Wir sind wieder sexy
Locker reizen sie mit Defätismus
Schmücken sich mit dem Skalp ewiger Revolutionäre
Erneuern Errungenschaften ideologisch kaputt

Wer nach Vergleichen für das
Nichtvergleichbare sucht
Möge zur Kenntnis nehmen
Kein geistiger Widerstand ist zwecklos

Auf jede Gier
Wartet ein Sarg!


Herzlogik

Foto: Angela Pargger

Unzeiten geschehen zur Unzeit
Gründe für unzeitliche Zustände
Werden nicht mal mehr erläutert.

Während ein Küchendiagramm
Antworten gibt
Auf Fragen
Die keiner gestellt hat
Wird geklärt
Warum das Wurstbrot verdirbt
Und die Endzeit
Schon begonnen hat

Unabänderlich werden wir Unmensch

Jede Zuversicht wird aberzogen
Und der nüchterne Widerstand
Wird des mutigen Herzens beraubt
Stetig klopfend morst uns mahnend das Herz:
Was tust Du da?


Zuversicht

Bild: Pixabay

Leise klopft an die Tür der Mut
Schwindet ins Zimmer
Schmal ist er geworden
Und ein wenig grau
Erschöpft nimmt er Platz
Auf dem Sessel am Fenster
Und flüstert hinaus in die Welt

Bilder, wenn nicht anders erwähnt: Pixabay

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Angela Pargger

Ein neuer Vorstellungstext … „Ich schreibe hier auch.“ Das wäre mein erster Impuls gewesen. Allerdings wurde mir nahegelegt, mich etwas auszubreiten. here we are. Worte verbinden, Worte trennen. Sie öffnen Räume. Meine Texte entstehen im inneren wie äußeren Austausch, in Auseinandersetzung mit Sprache, Sprachfluss, Melodie und Rhythmus. Dabei begleiten mich Fundstücke aus dem Alltag sowie Texte und Atmosphären verschiedenster Sprach- und Musikkünstler*innen. Einige von ihnen nehmen mich bis heute in den Arm, sind Wegbegleiter und Freunde zugleich. Wenn meine Texte ihren Rhythmus suchen, muss ich sie hören und spüren. Ich spreche sie, summe und stampfe sie, gehe sie mit, bis Worte und Klang zueinanderfinden. Schreiben ist seit meinem 14. Lebensjahr mein Ausdruck; es ordnet mich und meinen Alltag. Der schöpferische Prozess ist dabei inzwischen Kraftakt und Wohnstatt zugleich. Meine Texte dürfen ihren eigenen Weg zwischen Fließen und Widerstand suchen.

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