5. Juni 2026
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Nach einer wahren Geschichte: Ein Tag im Leben des Zwergenkönigs

Bild: Claudia Lampert
Lesedauer ca. 2 Minuten

Der Zwergenkönig war eine Woche krank. Es ist schön zu wissen, dass es ihm wieder besser geht. Leider ist er mit seiner Gesundung auch in eine neue Phase seiner Selbstfindung eingetreten…

Geschrei von morgens bis abends, aber nur bei uns, seinen Eltern… wegen jedes Kleinzeugs…

Heute allerdings war er zum ersten Mal seit einer Woche wieder in der Krippe. Widerspruchslos hat er sich heute morgen anziehen lassen, ist fröhlich mit der Betreuerin in den Gruppenraum reinspaziert und hat mich keines Blickes mehr gewürdigt. So, dachte ich, als ich ihn nach einem mühsamen Arbeitstag am Abend wieder abgeholt habe, das geht so weiter.

Der Zwergenkönig setzt einen Schritt aus dem Gruppenraum raus und soll angezogen werden… Schreien, auf den Boden Schmeißen, Sachen wieder von sich reißen… wie ein wildgewordener Engerling…

Mit Engelszungen sind wir dann mithilfe der Betreuerin endlich fertig. Den großen Bruder abgeholt, heim gefahren, alles gut, ich denke, Energie ist durch Kinderkrippenbesuch und vorigem Gebrüll verbraucht…

Von wegen… Duschen ist heute dringend notwendig… kaum gehts ans Ausziehen, Gebrüll, auf den Rücken schmeißen, sich winden, das ganze Programm…

Endlich alle drei ausgezogen und unter der Dusche… mit brüllendem Zwergenkönig am Arm hab ich mir dann die Haare gewaschen, mich geduscht und das ganze Programm nochmal bei beiden Kindern, zwischendurch hatte der Herr Zwergenkönig dann doch die Gnade, mal fünf Minuten nicht zu brüllen.

Mit dem Versprechen, fernschauen zu dürfen, absolut unpädagogisch, ich weiß, aber in dem Moment mir schon völlig wurscht, locke ich ihn aus der Dusche… bis zum Einwickeln ins Handtuch ist die Welt in Ordnung… ab da GEBRÜLL…

Einem nackigen, sich windenden Wurm die Haare zu föhnen, ist an sich schon eine Herausforderung, dies allerdings nun mit einem ständig rutschenden Handtuch am Leib zu tun, weil ich vergas, die Gardinen vorzuziehen und die Befürchtung hatte, die Nachbarn könnten mich sehen, das ist Akrobatik pur…

Beim Bodyanziehen wurde es nicht einfacher… Als er den dann endlich anhatte, hab ich ihn kommentarlos ins Bett gesetzt und bin gegangen, um, rate, rate… ins Bad zu gehen, den Großen aus der Dusche zu holen, den Föhn für diesen herzurichten und… nochmal zu duschen…

Nachdem ich angezogen war, man beachte, alles zusammen in fünf Minuten, habe ich versucht, den inzwischen wieder ruhigen Zwergenkönig zu überreden, sich den Strampler anziehen zu lassen…nach penetrant wiederkehrendem Kopfschütteln seinerseits…scheiß auf Jesper Juul, das Kind wird angezogen, wortlos meinerseits, nicht ganz still seinerseits…

Danach runter ins Wohnzimmer, Fernseher an, Kinder davor… irgendwie geht der Große unter.. ich entschuldige mich bei ihm…

Es ist Ruhe… achja, ich hab ja nasse Haare, Föhn runterholen und mit Blick aufs Sofa, föhnen… ich brauche DREI Ansätze, bis ich geföhnt bin, weil dem Herrn Zwergenkönig genau, als ich beginne, fad wird und er beginnt, rumzuklettern… Kaum sind die Haare trocken, sitzt er friedlich unterm Tisch, stopft die Krümel, die vom Frühstück noch unterm Tisch liegen in sich rein und grinst mich seelig an…

Bild: Claudia Lampert

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Angela Pargger

Ein neuer Vorstellungstext … „Ich schreibe hier auch.“ Das wäre mein erster Impuls gewesen. Allerdings wurde mir nahegelegt, mich etwas auszubreiten. here we are. Worte verbinden, Worte trennen. Sie öffnen Räume. Meine Texte entstehen im inneren wie äußeren Austausch, in Auseinandersetzung mit Sprache, Sprachfluss, Melodie und Rhythmus. Dabei begleiten mich Fundstücke aus dem Alltag sowie Texte und Atmosphären verschiedenster Sprach- und Musikkünstler*innen. Einige von ihnen nehmen mich bis heute in den Arm, sind Wegbegleiter und Freunde zugleich. Wenn meine Texte ihren Rhythmus suchen, muss ich sie hören und spüren. Ich spreche sie, summe und stampfe sie, gehe sie mit, bis Worte und Klang zueinanderfinden. Schreiben ist seit meinem 14. Lebensjahr mein Ausdruck; es ordnet mich und meinen Alltag. Der schöpferische Prozess ist dabei inzwischen Kraftakt und Wohnstatt zugleich. Meine Texte dürfen ihren eigenen Weg zwischen Fließen und Widerstand suchen.

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