27. April 2026
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Foto-Serie / Teil 7: Präsentation der Fotos

Lesedauer ca. 6 Minuten

Präsentation der Fotos

Schuhkarton, Diabox und Negativ-Archiv wurden ersetzt durch neue Archivierungs- und Präsentationsformen.

Ist eine Aufnahme besonders gut gelungen und man erlebt das schöne Gefühl, dass das Ergebnis genau den Erwartungen entspricht, dann möchte man das auch gerne mit anderen teilen.

Im Vergleich zu früher, gibt es heute viel mehr Möglichkeiten, seine Werke zu präsentieren. Die mit Sicherheit am häufigsten genutzte Variante ist das Teilen der Fotos auf Sozialen Medien. Es ist einfach und schnell, ein Bild übers Internet möglichst vielen Menschen rasch zugänglich zu machen.

Andererseits steht man aber gerade weil es so einfach ist, in direkter Konkurrenz mit tausenden anderen geteilten Bildern und seien wir ehrlich – auf einem kleinen Handy-Display wirkt keine Aufnahme jemals so beeindruckend, wie in großem Format auf Papier, großem Bildschirm oder projiziert auf eine riesige Leinwand.

Lasst uns die verschiedenen Möglichkeiten etwas näher ansehen.

Smartphone, Tablet, Bildschirm und Beamer

Zum raschen Zeigen von Bildern sind Smartphone oder Tablet sicherlich ein sehr praktikables Medium. Zum richtig Genießen eines besonders schönen Bildes ist die Größe eines HandyDisplays jedoch zu klein. Mit Tablet oder Bildschirm gelingt das schon recht gut. Beeindruckend wird es, wenn ein Bild mit Beamer ganz groß auf Leinwand projiziert wird.

Der klare Vorteil dieser Medien ist, dass die Werke nicht nur statisch nacheinander abgebildet, sondern auch in einer dynamischen Show mit akustischer Begleitung präsentiert werden können. So, wie dies an manchen Abenden des Kameraclubs Inzing jeder Interessierte auch erleben  kann.

Ein Tipp für den Fall, dass man seine Bilder in einer animierten Show präsentieren möchte: Man sollte bei der Aufnahme nicht zu knapp beschneiden und möglichst immer Bilder im Querformat aufnehmen. Das Bildformat moderner Beamern hat meist ein Seitenverhältnis von 16:9. Wurde zu knapp beschnitten, muss man bei der Show schwarze Ränder in Kauf nehmen und Hochformatbilder sind auf einer Leinwand im Querformat nicht einfach beeindruckend zu präsentieren.

Das Erstellen einer Audio-Videoschau ist ziemlich zeitaufwändig, wenn man sie spannend und professionell aussehen lassen möchte. Andererseits ist die Zeit, während man sich mit den Bildern auseinandersetzt, auch ein nochmaliges Revue-passieren-lassen der schönen Momente während der Aufnahmen. Und nicht nur das – man beschäftigt sich intensiver mit dem dargestellten Inhalt, als man es sonst tun würde und entdeckt dabei immer wieder Neues.

Fotobuch und Kalender

Fotobücher sind heute das, was früher einmal Fotoalben waren.

Kalender oder Fotobücher sind weitere Möglichkeiten, seine Bilder mit anderen teilen zu können. Das Erstellen eines Kalenders ist im Internet mit wenigen Mausklicks möglich. Es gibt eine Reihe von Anbietern und man findet dort immer wieder Aktionen, welche das Erstellen von gleich mehreren Kalendern für z.B. Weihnachtsgeschenke bezahlbar machen. Hauptarbeit ist die Wahl der Fotos, welche zum Format der jeweiligen Kalendervorlage passen.

Anstatt der Fotosammlung im Schuhkarton lässt sich heute mit einfachen Mitteln ein Fotobuch erstellen. Neben den Bildern können Texte eingefügt werden, damit man sich auch nach Jahrzehnten noch an so manche Anekdote erinnert. Die für mich schwierigste Wahl ist immer die des Formats. Hat man viele Panoramaaufnahmen, so ist ein Querformat sicher am geeignetsten. Sind die Mehrzahl der Fotos Portraits, könnte Hochformat die richtige Wahl sein. Oft werden Fotobücher aber nach einem Urlaub erstellt und dann muss man praktisch immer Bilder sowohl in Hoch- als auch Querformat unterbringen. Am besten ist mir das bisher mit quadratischen Büchern gelungen. Meine besten Querformatbilder platziere ich darin über beide Seiten des Buches – so kommen sie wunderbar zur Geltung. Das Einfügen von Texten ist mir ebenfalls bei den Büchern mit quadratischem Format am besten gelungen. Das ist aber nur meine persönliche Vorliebe und sollte besser jeder für sich selbst herausfinden.

Neben der Wahl des Formates muss man sich auch für die Art des Umschlags und des Papiers entscheiden. Hochglanzpapier kann starke Kontraste besser wiedergeben als mattes Papier, andererseits fühlt sich etwas matteres Papier meist hochwertiger an und macht mehr Freude beim Blättern. Am besten, man nützt Gelegenheiten, verschiedene Papiere ansehen und fühlen zu können.

Wandbild

Für mich persönlich ist ein in bestmöglicher Qualität auf hochwertigem Papier gedrucktes Foto die Königsklasse der Präsentationsformen. Ein Bild, worauf man besonders stolz ist, an der Wand hängen zu sehen, ist schon ein außerordentliches Glücksgefühl.

Hier gilt es, ganz besonders genau zu arbeiten. Obwohl ich’s mittlerweile eigentlich wissen sollte – es passiert trotzdem immer wieder, dass winzige Fehler erst am fertigen Druck auffallen. Trotz großem Bildschirm übersieht man kleine, störende Dinge allzu leicht, wenn man nicht sehr sorgfältig und mehrmals prüft.

Ein großer Vorteil von Wandbildern gegenüber anderen Präsentationsmedien ist der, dass man flexibler ist bei der Wahl des Formats. Je nach Motiv ist die Wirkung eine gänzliche andere, ob das Bild im üblichen 3:2-, DIN-Format, quadratisch oder ganz schmal im Panoramaformat präsentiert wird. Ein quadratisches Bild passt zum Beispiel sehr gut zu statisch, ruhigem Inhalt. Auch Hochformat stellt kein Problem dar im Gegensatz zu einer Präsentation auf Leinwand.

Über das Format sollte man sich noch vor Beginn der Bildbearbeitung Gedanken machen und wissen, welche Rahmen- und Passepartout-Größen verfügbar sind. Ein Passepartout wertet das gezeigte Bild meist sehr auf. Passt ein Bildausschnitt so gar nicht zu den im Handel verfügbaren Standardmaßen, findet man – allerdings meist zu höheren Preisen – auch Anbieter für Sondermaße. Wer Spaß daran hat, kann sich Passepartouts auch selbst zuschneiden. Das will jedoch geübt sein und gelingt nicht unbedingt auf Anhieb.

Weiters muss man beachten, dass auf Papier gedruckte Bilder bei weitem nicht so kontrastreich sind, wie am Bildschirm darstellbar. Um sich solch bittere Erfahrungen zu ersparen, bieten gute Bildbearbeitungsprogramme eine sogenannte „Softproof“-Ansicht an. Damit kann das Aussehen des Druckergebnisses bereits bei der Bearbeitung am Bildschirm simuliert werden. Mit zunehmender Erfahrung fällt es auch immer leichter, das fürs jeweilige Bild am besten geeignete Papier zu wählen. Wie schon beim Fotobuch gilt auch hier: Jede gebotene Möglichkeit, sich  verschiedene Materialien anzusehen, unbedingt nützen!

Wer bereit ist, sich mit dem Druck auf Papier intensiver zu beschäftigen, wird auf vielerlei Hinsicht belohnt. Man lernt, vom Moment der Aufnahme an bis hin zum letzten Schritt der Bildbearbeitung, exakt zu arbeiten. Jeder Fehler führt zu neuen Erkenntnissen und verbessert die Arbeitsweise. Der Moment, in dem der Drucker das fertige Bild langsam „ausspuckt“, gleicht wohl jenem, als man noch in der Dunkelkammer saß und zusehen konnte, wie ein Bild in der Wanne mit den Chemikalien schön langsam zum Vorschein kam.

Zum Thema Bildpräsentation ließen sich vermutlich ganze Bücher füllen. Es wird wohl jeder

Fotograf mit der Zeit eine bestimmte Methode bevorzugen und sich darauf spezialisieren. Berufsfotografen müssen sich an die Wünsche der Kunden anpassen, als Hobbyfotograf hat man die Freiheit, die Bilder für „sein“ Medium zu perfektionieren. Und welches dieses individuelle Lieblingsmedium ist, findet man am besten durch Experimentieren und im Gesprächsaustausch mit Gleichgesinnten heraus.

Abschließende Worte

Ich habe versucht, in dieser 7-teiligen Serie das Nötigste zusammenzutragen, was den Einstieg in die Fotografie als Hobby und Kunstform erleichtert. Es muss ja nicht jeder immer alle Fehler selbst machen müssen, um daraus zu lernen. Manches mag zu kurz gekommen sein, während anderes vielleicht zu ausschweifend beschrieben wurde. Man möge mir  verzeihen – das liegt vermutlich an den persönlichen Schwerpunkten meines Interesses.

Es steckt viel Zeit und Arbeit in diesen sieben Teilen, welche ich aber gerne investiert habe, falls es dazu beiträgt, die Freude am Fotografieren zu entdecken. Über Rückmeldungen, Fragen oder Tipps würde ich mich freuen.

„Last but not least“ möchte ich nun auch noch ein wenig die Werbetrommel für den Kameraclub Inzing rühren. Dank großen Engagements des Obmanns Johann Jenewein gelang es im vergangenen Jahr, mehrere Inzinger dazu zu gewinnen. Junge Fotografen haben sich angeschlossen und begeistern alle mit ihren oft beeindruckenden Aufnahmen. Man freut sich über jedes neue Mitglied, um schöne Bilder bewundern, Gedanken, Fragen und Erfahrungen austauschen und sich in der Folge auch selbst weiter entwickeln zu können.

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Ernst Pisch

Ernst fotografiert in seiner Freizeit leidenschaftlich gerne und interessiert sich für die Technik, welche dahintersteckt. Während der oft längeren beruflichen Fahrten von und zu den Kunden denkt er unter anderem auch gerne darüber nach, warum die Welt genau so ist, wie sie ist. Dabei entstehen Fragen und manchmal auch neue Interessen, Ideen und Erkenntnisse, welche er gerne mit anderen teilt.

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