27. Oktober 2020

Mein Alltag

Lesedauer ca. < 1 Minute

Gedicht von Bernhard Kammerlander

Ich geb’ nicht auf und mache weiter,
und bin zu müde, um zu ruh’n,
ich bin ja nur ein Hilfsarbeiter,
und Gott begrüßt mein eifrig Tun.

Zur Pause trinke ich Kaffee,
nach bestem Wissen und Gewissen,
im Freien da fällt frischer Schnee,
ich geh’ zu Karin, um zu rasten.

Und Karin gibt mir gute Tipps,
ich fühl’ mich wohl in meiner Rolle,
es klingt, wie ein gekaufter Schlips,
ich habe alles in Kontrolle.

Ich selber bin ein Hilfsarbeiter,
und außerdem noch gut erzogen,
ich werde immer wieder g’scheiter,
und Karin ist mir sehr gewogen.

Auch ich darf immer wieder rasten,
mein’ Arbeit mich erfüllt mit Freude,
denn ich muß immer wieder fasten,
ich fühl’ mich wohl in dem Gebäude.

Ich rauch’ zu viele Zigaretten,
die Lunge, sie ist schwer belastet,
ich möchte immer wieder wetten,
d’rum bin ich bestens ausgerastet.

Mein Uhr zeigt zehn, ganz klar zu sehen,
die Zeit verstreicht ganz unverdrossen,
ich möchte immer wieder gehen,
das Gestern ist schon längst verflossen.

Die Langeweile, sie ist tödlich,
der Pfleger Max, er ist zur Stelle,
ich esse immer wieder redlich,
und trinke direkt aus der Quelle.

Die Uhr schlägt zwölf ganz ohne Zaudern,
der Fisch, er ist in meinem Magen,
ich möchte immer wieder plaudern,
ich hätt’ noch einiges zu sagen.

Ich rauche eine Zigarette,
und die Verdauung ist geregelt,
ich denk’ an Julia, die Nette,
ich hätte gern etwas geblödelt.

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