27. Februar 2024
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Themenabend Citroën Traction Avant

Lesedauer ca. 3 Minuten

Von Bernd Hirschberger

Am 30. Oktober lud Andrew Milne-Skinner die Mitglieder des Oldtimerclubs Inzing in sein Haus im Brechtenweg ein, um über eines seiner Lieblingsautos zu referieren. Es handelt sich hier um den Citroen Traction Avant (zu Deutsch „Vorderradantrieb“).  Bereits beim Betreten des Wohnzimmers blieb einem der Mund offen beim Anblick der unzähligen Bücher, Bilder, Poster, Modellautos und Filme, die Andrew über die letzten sagen wir 40 Jahre gesammelt hat. Eine schier nicht enden wollende Fülle an Informationen zu diesem Auto erstreckte sich durch das gesamte Erdgeschoß, nicht zu vergessen das große Citroen Blechschild, das die Besucher bereits vor der Haustüre einzustimmen schien. Sieben Personen folgten der Einladung und wurden von Andrew und seiner Frau Sandra herzlich begrüßt.

Um nicht den ganzen Abend einem Monolog zu lauschen, war für jeden Teilnehmer ein Quiz mit 36 Fragen vorbereitet.  Jeder Teilnehmer versuchte nun mit Hilfe der vielen Unterlagen die passenden Lösungen zu finden und einzutragen. Und was lernte man nun an diesem Abend?

Um 1900 erwarb Andre Citroen das Patent zur Fertigung von doppelwinklingen Zahnrädern. Als er 1919 in den Automobilbau einstieg, griff er den Doppelwinkel als Symbol auf und machte ihn zum Logo seiner ersten Firma. Der Traction Avant wurde von 1934 bis 1957 gebaut. Das Modell wurde in einer Rekordzeit von nur 11 Monaten geplant. Am 3. März 1934 kamen die ersten Modelle bei den Händlern an.  Die ersten Motoren wiesen einen Hubraum von 1303 ccm bis  1911 ccm auf und das Auto kam in verschiedenen Varianten auf den Markt.   (Limousine, Cabriolet, Coupe, lange Familienversion, usw.) Durch den neuen Vorderradantrieb konnte der Antrieb kompakter gebaut werden, das Auto verfügte über ein hydraulisches Bremssystem und teleskopische Dämpfer, sowie sogenannte „Selbstmördertüren“, die hinten angeschlagen waren. Wie bei vielen Autos kam es anfänglich zu verschiedenen Problemen wie Überhitzung, Federbrüchen oder Verspannungen der Karosserie. Dennoch erlangte das Fahrzeug in kürzester Zeit einen gewissen Kultstatus und ist bis heute als beliebtes Fahrzeug der damaligen Gangster bekannt. Das 1938 eingeführte Modell 15/6 mit einem Reihen – 6 Zylinder – Motor wurde zum Synonym für komfortables Reisen. Es war schnell, kräftig, hatte einen niedrigen Schwerpunkt und einen langen Radstand, was eine ideale Voraussetzung für rasante Kurvenfahrten bot und somit als gutes „Fluchtauto“ galt. Somit wurde der Traction Avant zum Star vieler französischer Filme und Krimis. Mit einer Geschwindigkeit bis zu 130km/h erlangte das Auto auch den Beinamen „Reine de la route“ – Königin der Straße und erfreute sich bei höheren Beamten als Dienstwagen großer Beliebtheit.

Um nicht nur in Büchern und Bildern von diesem Fahrzeug zu träumen, sei erwähnt, dass Andrew selbst stolzer Besitzer eines Traction Avant ist. Daher kann es durchaus sein, dass manch guter Beobachter vielleicht auch auf Inzings Straßen einen Blick auf dieses seltene Auto erhaschen kann. Im Namen des Oldtimerclubs Inzing möchte ich mich ganz herzlich für den wunderbaren Abend bedanken, der begleitet von französischem Rotwein und vielen Köstlichkeiten von Sandra sehr zum Verweilen einlud.

Andrew mit Modellen seines “Lieblingsspielzeugs”

Fotos: Bernd Hirschberger

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