27. Februar 2024
Newsletter   

Kultur und Demokratie

Lesedauer ca. 2 Minuten

Warum sollen Kunst und Kultur wichtig für den Erhalt der Demokratie sein? Ist doch nur nettes Beiwerk des täglichen Lebens, manchmal unbequem, aber meistens doch einfach hübsch.

Ja vielleicht, aber …

Kunst und Kultur schafft Welten und Räume der Fantasie. Sei es in der individuellen Freiheit sich künstlerisch auszuprobieren, kreativ vielleicht sich selbst ein Stück in Frage stellen, über sich hinausgehen, reflektieren, was einen ausmacht. Sei es in Welten, die andere mit ihren Romanen, Theaterstücken, ihrer Musik, Poesie oder sonstigen künstlerischen Ausdrucksformen bereitstellen. Welten, in denen man sich verlieren kann, Welten, die die Welten weiterdenken und den Rezipient:innen neue Horizonte eröffnen. Welten, die Fragen aufwerfen, die selbst beantwortet werden müssen/können.

Kunst und Kultur schafft Räume des Zusammenkommens. Diskursive und gemeinschaftliche Räume. Räume, die eine gemeinsame Identifikationsmöglichkeit bereitstellen. Sei es die Freude am öffentlichen Singen beim Karaoke-Abend, die Begeisterung für das Schrauben an Fahrrädern oder die Lust über abstrakte Performances nachzudenken.

Ja schon, aber was hat das mit Demokratie zu tun?

Kunst und Kultur fördern den Meinungsaustausch, das Aushalten anderer Meinungen, die Kommunikation außerhalb der sonstigen Blasen, das Aufzeigen und Erleben von Pluralität, das selbstständige Denken und Reflektieren.

In Zeiten, in denen von der Polarisierung der Gesellschaft gesprochen wird, der Glaube in Politik und Demokratie am Schwinden sein soll, alte Gewissheiten durch den Wandel der Gesellschaft ins Wanken kommen oder von der Vereinzelung der Menschen die Rede ist, müssen alle Hebel in Bewegung gesetzt werden, um Räume für Kunst und Kultur zu erhalten und neu zu eröffnen. Denn dort wird miteinander Neues verhandelt, Meinungen ausgetauscht und der gesellschaftliche Austausch am Leben gehalten.

Aufgabe der Politik muss sein, die finanziellen Mittel bereitzustellen, damit eine kontinuierliche Kulturarbeit jenseits von prekären Arbeitsverhältnissen nicht nur sichergestellt ist, sondern auch neue Initiativen angeregt werden, die sich mit Sicherheit formieren werden, wenn dazu die geeigneten, ideellen, finanziellen und physischen Räume zur Verfügung gestellt werden. Steckt Geld in die Kulturarbeit, ihr werdet es nicht bereuen!

Diesen Artikel teilen:

Michael Haupt

Michael nennt sich selbst gern Kulturarbeiter und macht das in verschiedenen Feldern, sowohl beruflich, als auch in seiner Freizeit. Letztlich geht es ihm dabei immer um die politische Dimension von Kultur. Um ihr Potenzial, die Gesellschaft vorwärts zu bringen, in dem sie Themen und Fragestellungen auf andere Art aufwirft. Das wird sich auch in seinen Artikeln für den Blog zeigen.

Alle Beiträge ansehen von Michael Haupt →

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert