Gegen Mittag begann sich am Samstag, dem neunten Mai 2026, die Wetterlage über Inzing langsam zu verändern. Erste schwere Wolken legten sich über die Dächer des Dorfes und tauchten die Umgebung in ein schattenspielerisches Licht. Noch ragte der Kirchturm ruhig über den Häusern empor, während sich am Himmel bereits dunklere Konturen abzeichneten. Bereits tags zuvor hatte das Landesjungschützenschießen begonnen und war nach weiteren Runden am Samstag ausgewertet worden. Die klare Frühlingsstimmung des Vormittages wich dabei nach und nach einer eindrucksvollen Atmosphäre. Fast schien es, als würde sich auch das Wetter mit vielen Pauken und weniger Trompeten auf einen besonderen Festtag einstimmen.
Zwischen Wettergrau und Farbenklang
Als sich wenig später die Jungschützen aus Nord-, Ost- und Südtirol vor dem Schützenheim Inzing versammelten, hatte sich die Wetterlage bereits deutlich verändert: Unter dramatischen Wolken formatierten sich rund dreihundertsechzig Jungschützen auf dem oberen Fußballplatz der Gemeinde Inzing und boten mit ihren Trachten und Fahnen ein eindrucksvolles Bild unter dem windverwehten Wettergrau.




Vom Donnerhall zur Ehrensalve
Nach einem Begrüßungsmarsch der ebenfalls bestens formierten Musikkapelle Inzing übernahm Major Thomas Zangerl, Viertelkommandant Tirol Mitte, das Kommando für den Schützenempfang mit Ehrensalve, die von den Inzinger Schützen bravourös durchgeführt wurde.







Inzing im schillernden Schützenmeer
In einem farbenprächtigen Festumzug marschierten die Jungmarketenderinnen, die Jungschützen und ihre Betreuer über den Toblatner- und Mühlweg zum Vorhof der Hauptschule Inzing. Dort nahmen die Ehrengäste die Defilierung ab. Anschließend zog der Festumzug in den Innenhof der Inzinger Schulen, wo Pfarrkuratorin Christine Neuner und Pfarrer Josef Scheiring am Musikpavillon eine schöne und liebevoll gestaltete Andacht hielten.






Frieden: Eine schützenswerte Herzensangelegenheit
Pfarrkuratorin Neuner begrüßte die Jungschützen mit den Worten: „Ihr habt euch diesen Moment hart erarbeitet. Ihr habt trainiert, euch konzentriert, vielleicht auch gezittert – und euch in euren Kompanien und Bataillonen qualifiziert. Und jetzt seid ihr hier. Gemeinsam.“ Es sei schön, dass die Jungschützen sich auch Zeit nähmen, auf ihren Glauben zu schauen und in sich jemandem Raum zu geben, der viel größer sei, als man es sich vorstellen könne, und der möchte, dass es ihnen gut gehe, so Neuner weiter.
In der liturgischen Begrüßung führte Pfarrer Scheiring aus, wie wichtig Fairness und Respekt seien. Pfarrkuratorin Neuner knüpfte später daran an: „Das sind genau die Dinge, die unsere Welt gerade dringend braucht. Denn wenn wir ehrlich sind: Unsere Welt ist nicht immer friedlich. Es gibt Konflikte, Missverständnisse, Menschen, die nicht mehr miteinander reden. Frieden beginnt nicht irgendwo weit weg, sondern heute und hier.“


Albert Maurer, Jungschützenbetreuer des Bataillons Hörtenberg sowie der Schützenkompanie Inzing und Hannes Ziegler, Obmann der Kompanie Inzing, lasen beispielgebend dafür eine Wettkampfgeschichte, in der es um Scheitern und Gewinnen bei einem Schießbewerb ging. Die Erzählung schlug schließlich den Bogen zu den Herz-Jesu-Feuern und zur Frage, wie Gemeinschaft, Zusammenhalt und gelebter Glaube über Generationen hinweg weitergetragen werden: „Heute geht es nicht mehr darum, sich gegenüberzustehen. Sondern nebeneinander zu wachsen. Ein Herz macht dabei einen großen Unterschied.“
Der Adler bleibt im Horst
Bei der anschließenden Preisverleihung würdigten zahlreiche Ehrengäste die hervorragende Organisation und Durchführung des Landesjungschützenschießens durch die Schützenkompanien Inzing und Flaurling. Gelobt wurden dabei vor allem die Disziplin, der Zusammenhalt und die Leistungen der jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Nord-, Ost- und Südtirol.
Sportlich durfte sich Inzing über einen großen Erfolg freuen: Die Jungschützen verteidigten den Titel in der Mannschaftswertung eindrucksvoll. Der Adler blieb damit erneut im Inzinger Horst. Schützenkönig wurde Stefan Trenkwalder vom Bataillon Innsbruck mit einem Teiler von 18,2.

Albert Maurer und Assistent Roland Pargger zeigten sich besonders erfreut über die Kameradschaft und den Zusammenhalt der jungen Menschen. Trotz Heimvorteils und des damit verbundenen Drucks hätten die Inzinger Jungmarketenderinnen und Jungschützen mit großem Einsatz, starkem Willen und beeindruckendem Teamgeist überzeugt. Erwähnung fand zudem die aufregend-herausfordernde Wettkampfsituation mit zahlreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Nord-, Ost- und Südtirol.
Obmann Hannes Ziegler zeigte sich ebenfalls sehr beeindruckt von den Leistungen der Inzinger Teilnehmer*Innen. Er betonte den deutlichen Vorsprung in der Mannschaftswertung ebenso wie die herausragenden Einzelleistungen: Pia Ziegler krönte sich mit 105,2 Ringen zur Tagesbesten und Landesjungschützensiegerin. Gemeinsam mit Florian Kugler und Chiara Niederkircher holte sie zudem drei von acht möglichen Klassensiegen für die Schützenkompanie Inzing. „Wir sind mega-stolz auf unsere Jungschützen und Jungmarketenderinnen“, so Ziegler.
Nachklang
Bei gutem Essen und Trinken konnte nochmal über die gemeinsam verbrachten Tage und den Bewerb zurückgeblickt werden. Und während der Inzinger Kirchturm vor traumhaft sinkendem Abendblau fast im Himmel zu schweben schien, fand ein langer Festtag langsam Heimkehr und Einkehr.

Auch dieses Mal hatte ich wie eigentlich bei all meinen Projekten, große Freude, das Dorfgeschehen so nah begleiten zu dürfen. Ich freue mich außerdem sehr, Euch im Anschluss noch eine kleine Fotostrecke zur Verfügung stellen zu können. Alle Fotos des Artikels: Angela Pargger. Die Bilder von Dietmar Gspan sind auf der Homepage der Schützenkompanie Inzing abrufbar und die von Karl Kircher auf seinem Facebookprofil.
Die einzelnen Ergebnisse des Landesjungschützenschießens können auf der Homepage der Schützenkompanie Inzing unter www.inzinger-schuetzen.at abgerufen werden.
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