25. Mai 2020

Mein geliebter Garten – ein Sonntagmorgen im Frühling

Im Riech-Kräutergartl: der Thymian steht in voller Blüte, eine von unzähligen Bienen täglich besuchte Augenweide
Lesedauer ca. 3 Minuten

Inspiriert durch den netten Beitrag von Oberhofer Peter, mit so tollen Fotos aus seinem Garten, kam mir die Idee, doch auch einmal über meinen Garten zu schreiben. Bestimmt nicht, weil ich glaube, dass er – objektiv betrachtet, ich meine im Vergleich zu anderen – so besonders herausragend ist – aber weil ich ihn so liebe, er mir so viel Lebensfreude schenkt. Ich begegne in Gedanken darin auch meinen Eltern, die ich leider – Corona-bedingt – schon viel zu lange nicht mehr gesehen habe. Ich begegne meiner Großmutter, von der ich so vieles lernen durfte: sie war eine wunderbare Bäuerin mit einem schönen großen Garten und mit einem leidenschaftlichen Gemüsebauern und Imker verheiratet.

Auch eine Bienenweide: blühender Borretsch, bei uns im Himbeer-Unterwuchs; die Blüten sind übrigens essbar, und bieten in Eiswürfeln in Cocktails oder in unserem Salat bunten Blickfang

Kalt wars letzte Nacht – um halb zwölf nach einem netten Kartlabend noch vor dem Segel streichen erfreut mich der Blick aufs Thermometer aber gar nicht: knapp vier Grad – und die Tomaten schon alle gepflanzt. Meinem lieben Mann sei Dank stehen sie im Folienhaus – trotzdem bange ich. So wie jedes Jahr – sagt mein Mann (ich kann mich natürlich nicht erinnern). Mehr als gespannt führt mich meine Sonntag Morgen-Runde nach dem Hühner füttern schnell hinüber Richtung Nachtschattengewächse – von weitem seh ich schon: schaut gut aus! Stehen noch stramm da wie die Zinnsoldaten. Meine Freude ist groß! Gerade heuer, wo sie so extra-schön sind – man merkt: ich habe – „Corona-sei-Dank“ – heuer besonders viel Zeit für den Garten, und bin früh dran. Wie die Alten schon sagten: kein Schaden, wo nicht auch ein Nutzen ist.

Wenn ich manchmal müde von der Büroarbeit bin, kann ich entweder mein Rad schnappen und wo rauf treten, eine Runde laufen gehn, oder – einfach nur ein wenig im Garten in der Erde graben. Es erdet mich sprichwörtlich.

Das Rhabarbermonster und der kleine Mann

Aber jetzt dreh ich meine Runde um den Garten noch zu Ende, und erzähl noch von ein paar weiteren gefühlten persönlichen Highlights in meinem heurigen Gartenfrühling: der Rhabarber – riesig wie immer, ein Extra-Klasse-Monster (scheint wohl die Sorte zu sein), der Thymian in voller Blüte – eine Augen- und eine Bienenweide, das tränende Herz (auch das eine tägliche Erinnerung an meine Groß-Mutter), der Hopfen, bei dem mein Sohn täglich staunen kann, wie eine Pflanze an einem Tag soooo viel wachsen kann.

Erinnerung an meine Großmutter: das tränende Herz

Und täglich neue Ideen und Projekte – irgendwann den Trockenbereich so weit ausbauen, dass Eidechsen sich ansiedeln dürfen – und der Gartenteich – zum Tiere beobachten für die Kinder, zum Baden für die Vögel, für die eine oder andere Erdkröte und – schaun wir mal – was sich sonst so ansiedelt. Ein Garten der Vielfalt soll es werden – ich bin gespannt, was noch alles kommen wird. Und ich freue mich darauf!

Mangels noch fehlendem Teich dem Igel im „wilden Eck“ schnell eine Trinkgelegenheit verschafft, die er wiederholt aufsucht
Adele und Kalimera im Auslauf
Die Vorboten leckerer Sommerfrüchte im Naschgarten

Text: Evelyn Gruber, Fotos: Mike Chmelar

Diesen Artikel teilen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

code