11. April 2021
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KURIMA – NEUES LEBEN für SIMBABWE

Lesedauer ca. 7 Minuten

Ein Bericht von Nicole Karombe-Rott und Martin Karombe

Im Zusammenhang mit meiner Tätigkeit im “FreundesKreis Für Integration” (FKFI) in Inzing bin ich Martin Karombe und Nicole Karombe-Rott  begegnet. Mit Bewunderung hab ich die Entstehung und Entwicklung ihres Projektes KURIMA verfolgt.
Es ist immer wieder beeindruckend, wie durch konkretes Anpacken Menschen in Not – ob in der Ferne oder Nähe – Hilfe geboten werden kann.
So wünschen wir allen am Projekt in Simbabwe Beteiligten weiterhin viel Energie und eine erfolgreiche Umsetzung ihrer Pläne.
L. Strasser / DZ-Redaktion

Der Verein „Kurima – neues Leben für Simbabwe“ mit Sitz in Polling wurde im Dezember 2017 von Martin Karombe (aus Mutare in Simbabwe) und Nicole Karombe-Rott (aus Polling) gegründet. Der Spendenverein soll Menschen, aber vor allem Waisenkindern in Simbabwe ein neues Leben durch landwirtschaftliche Tätigkeiten ermöglichen. Das Wort „Kurima“ ist Shona und bedeutet „Landwirtschaft betreiben“.  

Source: https://www.nationsonline.org/oneworld/maps.htm

Kurzer Steckbrief von SIMBABWE
SIMBABWE ist ein Binnenland im Süden Afrikas.
Fläche: 390.757 km² (vgl. Deutschland & Belgien)
Bevölkerung:
– Einwohner: ca. 14,5 Millionen (2018)
– Volksgruppen: Shona (ca. 70 %), Ndebele (13 %), Chewa (6 %), Tonga, Venda …
– Amtssprachen: Shona, Englisch, Nord-Ndebele, isiXhosa, ChiTonga u.a.
Hauptstadt: Harare (ca. 1,5 Mio. Menschen)
Staats- und Regierungsform: präsidentielle Republik
Quelle. Wikipedia

Simbabwe galt einst als Kornkammer Afrikas, jedoch verarmten die Einwohner Simbabwes aufgrund wirtschaftlicher und politischer Probleme in den letzten Jahrzehnten drastisch. Heutzutage ist der Binnenstaat von Armut, Arbeitslosigkeit, HIV-Erkrankungen und extremer Inflation geprägt. Natürlich macht dem Land und deren Einwohnern derzeit auch die Pandemie zu schaffen, da die Menschen dort ihr tägliches Brot auf der Straße beim Verkauf von verschiedenen Gütern verdienen, was derzeit nur erschwert möglich ist.  

Schätzungen zufolge gab es im Jahr 2009 ca. 1,3 Millionen Waisenkinder, die Ihre Eltern aufgrund von HIV verloren hatten. In dieser Zahl sind Kinder, die aus anderen Gründen elternlos geworden waren, nicht mit inbegriffen! Auch andere heilbare Krankheiten werden häufig aufgrund der fehlenden medizinischen Versorgung nicht erkannt und Menschen sterben oft jung an den Folgen. Die extreme Armut zwingt viele Mütter dazu, ihre Babys oder Kleinkinder auszusetzen und das Land zu verlassen. 
Da wir lange in Simbabwe gelebt und mit Waisenkindern gearbeitet haben, kennen wir die Hilfsbedürftigkeit und Probleme des Landes und vor allem die der Kinder sehr gut.


Unser Herzensprojekt ist das Kinderheim mit dem Namen „Faith Farm Children’s Home“, welches wir derzeit aufbauen:

Der Bauer Sixtus mit seiner Frau Maimatsokoto und Anenyasha vor der fast fertigen Hütte, 2019

Hierbei handelt es sich um einen Bauernhof mit integriertem Kinderheim in Chegutu (ca. eine Stunde von Harare entfernt), wozu uns der Staat Simbabwe 18 Hektar Land in Chegutu zur Verfügung gestellt hat. Das Kinderheim wird wie ein kleines Dorf, das aus mehreren Rundhütten besteht, für zehn Kinder und zwei Betreuerinnen aufgebaut werden.
Die Idee ist es, eine Farm zu integrieren, damit sich das Kinderheim, das anfangs 10 bis 20 Kinder betreuen wird, soweit als möglich selbst erhalten kann. Durch den Anbau von Gemüse, Mais und Obst kann sehr viel Geld gespart werden, welches für andere wichtige Dinge wie medizinische Versorgung der Kinder, Schulgelder, Schuluniformen usw. verwendet werden kann.


Auch sollen auf der Farm Kühe und Ziegen für Fleischproduktion und Hühner für Eier gehalten werden. Diese Produkte werden wiederum für die Kinder, aber auch für den Verkauf verwendet, um Einnahmen für das Kinderheim zu erzielen. Obwohl die wirtschaftliche Lage in Simbabwe sehr schlecht ist, können wir davon ausgehen, dass all diese Produkte immer gebraucht werden. Zum einen sind in Simbabwe Gemüse, Eier und Mais Nahrungsmittel für den alltäglichen Gebrauch und zum anderen ist Fleisch vor allem für Restaurants, Geschäfte oder Anlässe wie Hochzeiten und Beerdigungen gefragt. Denn das Essen von Fleisch ist in Simbabwe ein Zeichen des Reichtums und daher sehr angesehen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt der Farm ist, dass die Kinder sehr viel über Landwirtschaft lernen werden und somit ihre Familie später durch Eigenanbau ernähren können, wodurch Armut und die Anzahl künftiger Waisenkinder reduziert werden können.
Im Sommer 2019 konnte Martin während seines einmonatigem Aufenthaltes einiges erreichen: Er konnte das Grundstück einzäunen, einen Brunnen bohren, den Bauer Sixtus anstellen, ein Haus für ihn und seine Familie bauen und Ziegen ankaufen.
Im Sommer 2020 hatten wir vor, mit einem Team freiwilliger Helfer nach Simbabwe zu reisen. Leider war das nicht möglich. Trotzdem ist es uns dank der Hilfe zweier sehr engagierter Mitarbeiter vor Ort gelungen, mit dem Bau des ersten Kinderdorfes zu beginnen. Mama Nomsa und Onkel Ray kümmern sich um administrative und bauliche Angelegenheiten in Simbabwe. Sie sind zwei sehr vertrauenswürdige und hart arbeitende Menschen.

Auch Sixtus und Maimatsokoto arbeiten hart auf der Farm. Sie bauen für den Eigenverbrauch Gemüse, Mais und Obst an und kümmern sich um die Ziegenherde, die aus ca. 40 Tieren besteht.


Obwohl wir seit mehr als drei Jahren mit unseren Kindern in Tirol leben, lässt uns der Gedanke an die Hilflosigkeit der Kinder in Simbabwe nicht los und wir können diese nicht einfach ihrem Schicksal überlassen.
Unsere vielen Erfahrungen in Simbabwe haben uns dazu bewegt, diesen Verein zu starten, um möglichst vielen Kindern zu einem neuen Leben in Simbabwe zu verhelfen und zu verhindern, dass in Zukunft noch mehr Kinder aufgrund von Armut Waisen werden.


Es gibt viele Wege, um zu helfen

– Melden Sie sich für unseren Newsletter an und bleiben Sie am Laufenden.

– Werden Sie Mitglied unseres Vereins – die Mitgliedsgebühr beträgt 25 Euro pro Jahr.

– Werden Sie Sponsor, Pate oder freiwilliger Helfer des Vereins.

– Spenden Sie eine Ziege oder einen Ziegelstein.

Für weitere Informationen und Fragen stehen wir jederzeit zur Verfügung. Bitte kontaktieren Sie uns. Auch unsere Webseite ist sehr informativ: kurima-zimbabwe.com
Sie finden uns auch auf Facebook und Instagram.  

Wir hoffen, dass auch Sie unser Projekt mit einer Spende, die zu 100 Prozent in Simbabwe ankommen wird, unterstützen werden.

Spendenkonto:

IBAN: AT94 3633 6000 0490 6251
BIC: RZTIAT22336

TATENDA – Vielen Dank !

Martin und Nicole

KURZPORTRAITS von Martin und Nicole
MARTIN
Martin Karombe kommt ursprünglich aus Buhera (Simbabwe). Er wuchs in sehr ärmlichen Verhältnissen auf und wurde, als sich seine Eltern trennten, von seiner Tante Susan in Mutare adoptiert. Sein Bruder Ray wurde von einer anderen Tante in einer weit entfernten Stadt angenommen. Trotz der Trennung haben die Brüder noch immer einen engen Kontakt und verstehen sich sehr gut.
Martin besuchte in Mutare die Schule und konnte anschließend sogar einen Universitätsabschluss machen. Da er keine Arbeit fand, volontierte er zwei Jahre lang im Jugendamt von Mutare als Assistent eines sehbehinderten Beamten.
Dort lernte er die Besitzer eines Kinderheims kennen. Diese erkannten schnell seine soziale Ader und boten ihm die Stelle als Administrator des Heimes an.
Als er 2013 – weit entfernt von der Stadt – im Busch seine Arbeit begann, lebten 25 Kinder im Heim, im Jahr 2017 waren es bereits 50 Kinder, um die er sich mit Herz und Seele kümmerte. Er war nicht nur der Administrator, der die Büroarbeiten erledigte, sondern vor allem die wichtigste Ansprechperson für jedes einzelne Kind, da er eine der wenigen konstanten Bezugspersonen für sie war.
Seit 2017 lebt Martin mit seiner Familie in Tirol. Er arbeitet zurzeit als Schulassistent in Innsbruck.

NICOLE
Nicole Karombe-Rott kommt aus Polling. Sie besuchte die HBLA-West, verbrachte ein Jahr in Paris als Au Pair und studierte anschließend Psychologie in Innsbruck. Nach dem Bachelor (2012) wollte sie unbedingt einmal nach Afrika, um dort Kindern zu helfen. Durch Zufall (oder eher durch Gottes Leitung) kam sie für drei Monate nach Simbabwe und arbeitete in verschiedenen Kinderheimen und Projekten mit Waisen- und Straßenkindern. Sofort verliebte sie sich in das Land, die Kultur und die freundlichen Menschen.

2014 reiste sie wieder für ein paar Monate nach Simbabwe, um in einem für sie ganz besonderem Kinderheim mitzuhelfen. Dort lernte sie Martin kennen und schon ein Jahr danach lebte Nicole in dem Kinderheim und half bei den alltäglichen Aufgaben mit. Von den Kindern wurde sie “Aunty Nicole” genannt, für manche war sie eine Mutter, für andere eine Schwester und wiederum für andere eine Freundin. Nicole und Martin feierten 2015 ihre Hochzeit im Kinderheim mit Martins Familie, allen Kindern und den Angestellten.


2017 wurde ein großer Traum war: Nicole und Martin adoptierten Lovejoy, den Nicole schon 2012 in einem anderen Waisenhaus kennen- und lieben gelernt hatte.

Lovejoy beim Dorffest in Inzing 2018 (© L. Strasser)


Noch im selben Jahr entschied sich das Paar schweren Herzens, nach Österreich zu ziehen und im September 2017 kam auch schon Samuel zur Welt.
Schon seit sich Nicole und Martin kennengelernt hatten, hatten sie eine Vision – einmal selbst ein Kinderheim zu gründen und weiteren Kindern in Simbabwe zu helfen. Daher gründeten sie den Verein Kurima – um Spenden zu sammeln und ein Kinderheim aufzubauen.
Dank der Hilfe vieler Menschen konnten die beiden in den letzten vier Jahren einiges erreichen, doch sind sie noch lange nicht am Ziel angekommen. Das Paar hofft, dass sie diesen Sommer mit einem Team von Freiwilligen nach Simbabwe reisen können und dass schon nächstes Jahr Kinder im “Faith Farm Children’s Home” in Chegutu wohnen können.

Fotos (wenn nicht anders angegeben): Nicole und Martin bzw. privat

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