In meiner Jugend erlebte ich eine Zeit „innerer Emigration“. Musik und Literatur waren wichtige Wegbegleiterinnen in dieser Phase meiner Ent-Wicklung. Die Leidenschaft für Melodie und Text ist geblieben. Sie gehören quasi zu meinen Grundnahrungsmitteln. Im Garten meiner Gedankenwelt wachsen immer wieder Aphorismus-Blüten. Manchmal überraschen sie mich und nisten sich ein in meinen Wertekanon. Einen kleinen Auszug davon möchte ich hier teilen – vielleicht auch mit meiner speziellen Herz-Mathematik:
„Wer teilt vermehrt“ oder: „Der wahre Geschmack des Brotes entfaltet sich nur beim Teilen“.

Krieg und Frieden
- Kriege beendet man nicht mit Siegen. Frieden ist nicht Siegen.
- Es gibt Geld wie Dreck. Die größte Dreckschleuder ist die Waffenindustrie.
- Kein Ideal, schon gar keine Ideologie ist wertvoller und schützenswerter als die Unversehrtheit des Lebens.
- Nationalismus geht über Leichen.
- Friede beginnt mit der Vergebung und erfährt seine Kür in der Versöhnung.
- Die beste Schönheitsoperation ist jene, die Vergebung schenkt und erfährt.
Friede und Zusammenhalt
- Friede ist eine zarte Pflanze, die den Schutz des Respekts und den Dünger der Vergebung braucht.
- Versöhnung und Zusammenhalt brauchen Platz. Wir müssen ihn tagtäglich einräumen.
- Der Spalt gibt keinen Halt.
- Komponisten verstehen es kunstvoll, Töne zusammen zu bringen, die sich mögen. Das schönste menschliche Kunstwerk ist jenes, Frieden zu stiften.
- Wir brauchen „Anders-Räume“
Flucht
- Menschen auf der Flucht tragen keine Flagge. Hilfe fragt nach der Not und nicht nach der Nation.
- Verfluchte Politik, die aus Fluchtmenschen Fluchmenschen macht.
Wirtschaft
- Gutes Wirtschaften ist ein transparenter und verantwortungsbewusster Tauchvorgang, ein Austausch, ein Austarieren von Waagschalen – ein Geben und Nehmen ohne Übervorteilung.
- Gastlichkeit ist ein Freundschaftsdienst – keine wechselseitige Vereinnahmung und frei von jeglichem „Aus-Nützen“.
Persönlichkeit
- Menschen haben Sehnsucht nach Authentizität, die auch Schwäche zeigt.
- Wer unbedingt beliebt sein will, wird schnell beliebig.
- Selbstverantwortung heißt: Das Selbst handelt verantwortlich.
Glaube
- Bei Gott haben alle eine Soulposition
- Ich glaube nicht an Gott, den Allmächtigen. Ich glaube an eine liebevolle Macht-los-igkeit, die Mitleid empfindet und darüber weint, was Menschen und der Schöpfung angetan wird – und auf unsere Hilfe hofft und vertraut.
- Unser Land braucht „heartliner“ und keine „hardliner“.
- Wer zufrieden und dankbar ist, hat immer etwas für andere übrig.
Dorfzeitung
Die Dorfzeitung ist kein Klatsch- und Tratschblatt. Tratsch ist der ekelhafte Mundgeruch der Bösartigkeit. Stattdessen verbreiten wir das Gute und Schützenswerte.

von

Vielen Dank für diese Sammlung der kleinen, aber „kräftigen“ Weisheiten.
Sie tun so gut in einer Zeit, in der scheinbar nur noch Extremismus laut genug ist, um wahrgenommen zu werden.