1. Februar 2026
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Elfriede Hammerl: Von Liebe und Einsamkeit

Lesedauer ca. < 1 Minute

Leider klingt der schwache Titel nach Herz-Schmerz, dabei erzählt Elfriede Hammerl in diesen listigen Geschichten von so viel mehr. Wer ihre Kolumne im Profil kennt, weiß, sie ist eine genaue Beobachterin unserer Gesellschaft. Und so spielen in der Sehnsucht nach und dem Scheitern von Liebesbeziehungen immer auch die Herkunftsfamilien und das gesellschaftliche Umfeld der Figuren eine wesentliche Rolle.

Die Strategien, die eine geduldete Ziehtochter in ihrer Jugend entwickelt hat, um Verletzungen zu vermeiden, machen sie als Erwachsene vielleicht verführerisch, aber auch unfähig, sich wirklich auf ein anderes Ich einzulassen. Zwei Teenager, die eine aus gutbürgerlichem, der andere aus prekärem migrantischen Milieu, kommen trotz gutem Willen nicht zusammen, weil ihre Erfahrungen mit der Welt himmelweit auseinanderklaffen.

Und dann ist da noch das schlechte Gewissen, Gift für die Kommunikation zwischen den Generationen, wie in der hinterhältigen letzten Geschichte. Um dieses schlechte Gewissen zu beruhigen, braucht es Ersatzhandlungen, die eine rüstige ältere Dame in eine hilflose Alten zu verwandeln drohen.

„Die Männer und Frauen in Elfriede Hammerls Erzählungen haben Ecken und Kanten, Sehnsüchte und Ängste, Fehler und Schwächen – gerade deshalb gehen sie einem so nahe.“ (Klappentext)

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Brigitte Scott

Brigitte Scott lebt seit dem Jahr 2000 in Inzing und ist hier als Gemeinderätin und im Kulturausschuss als Vertreterin der Liste JuF aktiv. Bis zum Ende der gedruckten Dorfzeitung war sie viele Jahre deren (Mit)herausgeberin und vor allem an Kulturberichterstattung interessiert. Brigitte ist ursprünglich aus Salzburg und lebte 16 Jahre in England. Ihrem Beruf als Übersetzerin und Lektorin geht sie in reduziertem Umfang auch jetzt in der Pension noch nach. Als begeisterte Leserin engagierte sie sich in Literaturprojekten des Kulturvereins und steuert Buchbesprechungen für den DZ-Blog bei. Aus Freude am Garteln hat sie zusammen mit Sandra Milne-Skinner die Leitung des Obst- und Gartenbauvereins Inzing übernommen und hofft, interessante Themen für lokale Gartenbegeisterte anzubieten und den Austausch zu fördern. Dazu gehört auch der Weg aus dem Garten auf den Tisch.

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