26. September 2022
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Alfreds (W)Einsichten – Einführung

© Visions-AD/Fotolia
Lesedauer ca. 3 Minuten

Als mittlerweile 63-Jähriger fühle ich mich in der Lage, euch hoffentlich Interessantes über ein einzigartiges Getränk namens Wein näherzubringen.
Der Wein hat Stil, Reputation, Geschichte, erfreut manchmal den Gaumen und ist ein altes landwirtschaftliches Produkt, das Handel und Austausch möglich macht.
Ich habe einen wesentlichen Teil meines Lebens mit diesem Produkt verbracht, das mehr als nur ein Getränk ist und auch nicht nur auf technische Daten reduziert werden kann.

Nun, wie alt ist unser Wein? Die Anfänge kann man heute ziemlich genau in das heutige Georgien – und zwar um ca. 5000 v.Ch. – datieren, durch Funde von Traubenkern-Haufen von ähnlicher Spezies der noch heute gebräuchlichen „vitis vinifera sativa“.

Im Gegensatz zur Wildrebe „vitis rupestris“ konnte man die Kelterung – das heißt Pressung, Vergärung und Lagerung – nachweisen. Also sind schon damals die wesentlichen Teile der Weinbereitung durchgeführt worden, und – sie haben sich bis heute nicht verändert – spannend, nicht wahr?

Die Vorzüge des Getränkes, das durch Stampfen der Trauben mit den Füßen (wie heute noch tw. in Portugal üblich) und der Lagerung über den Winter in den irdenen Krügen  – den sogenannten Kwevri,  den griechischen Pithos oder den römischen Dolium von ca. 250 bis 500 lit. lag auf der Hand. Wein war in gewissem Maße haltbar und somit auch handelbar und war schon damals, als die Menschen sesshaft wurden, das Getränk der Reichen und der Feste. Siehe Kanaan!

Doch ist und war Wein auch medizinisch einsatzfähig. Als wirkungsvolles Antiseptikum und als Mittel der Verbesserung und Desinfektion von unreinem Wasser. Die Säuren und Gerbstoffe geben dem Wein einen frischen, sauberen Geschmack und machten ihn gesellschaftsfähiger als das bittere Bier, das ebenfalls in der Gegend Persiens oder Ägyptens erstmals hergestellt wurde. Und die Wirkung – auch auf Frauen – war naturgemäß eine andere.

Die Griechen handelten für ihren Wein Edelmetalle und die Römer Sklaven ein, und das in einem Ausmaß, wie es in den düsteren Erfolgen moderner Rauschgifthändler eine Parallele findet -nur mit dem Unterschied, dass Wein nichts Düsteres an sich hat.

Schon in seiner ursprünglichsten Form unterliegt der Wein einer Vielzahl von Einflüssen. Das Klima ist der erste bestimmende Faktor, dann das Wetter. Die Geschicklichkeit seines Herstellers, die Beschaffenheit des Bodens und die Lagen und die Wahl der Sorte kommen noch hinzu. Auch die Qualität der Werkzeuge und Lagermöglichkeiten sind auch heute noch von elementarer Bedeutung.

Doch liebe Freunde, es war nicht das subtile Bukett des Weins, nicht ein auf der Zunge schwebender Hauch von Veilchen und Himbeere, dem unsere Vorfahren zuerst verfallen waren, nein – es war, so fürchte ich, vielmehr der Rausch.

Damit genug mit der Einführung in die Materie, die nächste Folge wird vorbereitet.

Ich habe nämlich vor, anhand eines (nicht vollständigen) Wein-Alphabetes euch die Sache mit dem Wein ein wenig schmackhaft(er) zu machen. Bezeichnende Wörter versuche ich, mit einer kurzen oder längeren Beschreibung zu versehen – alles natürlich mit Wein-Bezug.

Wer diverse Fragen zum Thema hat, möge sich bitte über die Kommentarschiene im Blog melden.

Weinberg “Planetes” in Katalonien (Foto: A. Walch)

Wein-Alphabet nach Alfred Walch

A – wie           Alkohol – Abgang – Agiorgitiko – Ausbau
B – wie           Barrique – Blaufränkisch – Burgund – Bordeaux
C – wie           Cru classe – Cabernet Sauvignon – Charakter (im Wein)
D – wie           Demeter – Douro – Decanter – Deutschland
E – wie           Eleganz – Eiweiss – Elevage -Espana
F – wie            Flasche – Frankreich – Fleurie
G – wie           Glasherstellung – Georgien – Grüner Veltliner – Grenache
H – wie           Heuriger – Hermitage – Haro
I – wie            Istrien – Islam – Ideologie
J – wie            Jahrgang- Jaboulet (Rhone) – Jerusalem
K – wie           Kork – Karst – Karaffe
L – wie            London – Lagrein Dunkel – Lagares
M – wie          Mosel – Malvazia – Maghellan – Mosel – Merlot
N – wie           Napoli – Novello – Nieepoort – Navigation Ordinance
O – wie           Orient – Odeur – Ostia
P – wie            Pinot Noir – Portwein – Pipe
Qu –  wie         Qualität – Quantität
R – wie           Riesling – Rheingau – Rioja – Reblaus
S – wie            Säure – Socrates – Sauvignon Blanc – Südtirol – Südafrika – Syrah
T – wie            Tramin – Tonkrug – Terroir – Torggel
U – wie           – – –
V – wie           Vermouth – Verjus – Vernatsch – Vollerntemaschine
W – wie          Wachau – Weissburgunder – Weinviertel – Weingarten bio
X – Wie          Xerxes
Y – wie           Yhrenberger – Überschuss
Z – wie           Zinnbecher – Zweigelt

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Alfred Walch

Jahrgang 1959, wohnhaft seit jeher in Inzing, verheiratet mit Veronika / Vroni – aus dem Hause Gastl. Zwei Kinder – Julia und Theresa – beide nun Therapeutinnen. Seit Jänner 2022 in Pension, langjähriger Leiter der Weinabteilung des Handelshauses Wedl. Interessen: Lesen, Kopfreisen und auch so, e-Radlfahren, etwas Bergsport, Kochen sowieso. Musik hören von Jazz bis Volxmusik, etwas Fotografieren, Europa kennenlernen. Leidenschaft: Wein und seine Geschichte(n) dazu. Seit ca. 35 Jahren mit der Sache beschäftigt. Wünsche: noch eine gute Zeit zu haben, politisch-sozialer Friede, Enkel aufwachsen sehen, ev. noch Französisch aufbessern, gute Literatur und das Geheimnis der Poesie finden…

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3 Gedanken zu “Alfreds (W)Einsichten – Einführung

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