Auf dem Exkursionsprogramm heute stand ein Ausflug in die Welt der Hmong Hochlanddörfer von Chiang Mai. Unser Ziel war das Hmong Doi Pui Ethnic Minority Village, um ein tieferes Verständnis für das Leben und die Herausforderungen der dort lebenden ethnischen Minderheiten zu erfahren. Zusammen hörten wir uns einen spannenden Vortrag von Mr. Leng an, der uns Einblicke über die geschichtliche Entwicklung des Dorfes gab. Doi Pur war früher nur über Pfade erreichbar und für seinen Opiumanbau bekannt. 1959 verbot die thailändische Regierung den Opiumanbau, obwohl dieser damals zur lokalen Kultur gehörte. Viele der Dorfbewohner:innen lebten davon. Ein weiteres Problem war, dass die Menschen keine thailändische Staatsbürgerschaft erhielten. Erst König Rama der IV führte Münzen ein, als Symbol der Zugehörigkeit und baute Schulen, um den Kindern einen Schulbesuch zu ermöglichen. Nachdem der Opiumanbau verboten wurde, folgten andere Anbaupflanzen wie Lychee, Orangen und Avocados. Als die Berge zu einem Nationalpark erklärt wurden, verloren viele Bewohner:innen ihre Nutzflächen.
Um Einkommensmöglichkeiten zu schaffen, setzte die Regierung auf Tourismus. Dennoch ist auch heute das Einkommen aus dem Verkauf diverser Souvenirs oder handwerkliche Stickereien weitaus geringer als früher durch den Opiumverkauf. Junge Dorfbewohner:innen verlassen deshalb meist das Hochland, um in Chiang Mai zu studieren und dadurch bessere Chancen auf ein gutes Einkommen und Leben zu finden.
Neben dem Gespräch mit Mr. Leng sahen wir uns dort die Schule und ein Stammesmuseum an und gingen bei strömenden Regen durch die Gassen des Dorfes. Im Anschluss daran besuchte die Hälfte der Gruppe noch bei trockenem Wetter den Tempel Wat Phra That Doi Suthep.
Dieser Besuch bot die Gelegenheit mehr über Kultur, handwerkliche Traditionen und das historische Stigma aus Zeiten des Vietnahmkrieges zu verstehen. Es wurde uns bewusst, wie wichtig es ist, kulturelle Erlebnisse nicht nur oberflächlich zu konsumieren, sondern diese in einem historischen und gesellschaftlichen Kontext zu verstehen. Deutlich wurde auch, wie enorm die Eingriffe in das Leben und die Wirtschaft dieser ethnischen Minderheiten bis heute sind. Weiters hat der Tag gezeigt, wie eng Tourismus, Identität und soziale Gerechtigkeit miteinander verwoben sind. Oft beginnt das im Kleinen – etwa mit der Entscheidung, das Abendessen bei einer Straßenverkäuferin auf dem Chiang Mai Nightbazar zu kaufen.
Today’s excursion program included a trip into the world of the Hmong highland villages of Chiang Mai. Our destination was Hmong Doi Pui Ethnic Minority Village to gain a deeper understanding of the lives and challenges of the ethnic minorities living there. Together we listened to an exciting lecture by Mr. Leng, who gave us insights into the historical development of the village. Doi Pui used to be accessible only via trails and was known for its opium cultivation. In 1959, the Thai government banned opium cultivation, even though it was part of the local culture at the time. Many of the villagers made a living from it. Another problem was that the people were not granted Thai citizenship. It was not until King Rama IX introduced coins as a symbol of belonging and built schools to enable children to attend school. After opium cultivation was banned, other crops such as lychee, oranges and avocados followed. When the mountains were declared a national park, many inhabitants lost their farmland.
In order to create income opportunities, the government turned to tourism. Nevertheless, even today the income from the sale of various souvenirs or handcrafted embroidery is far lower than it used to be from the sale of opium. Young villagers therefore usually leave the highlands to study in Chiang Mai and thus find better opportunities for a good income and life.
In addition to talking to Mr. Leng, we visited the school and a tribal museum there and walked through the alleyways of the village in the pouring rain. Afterwards, half of the group visited the Wat Phra That Doi Suthep temple in dry weather.
This visit provided an opportunity to understand more about the culture, craft traditions and historical stigma from the Vietnam War. We realized how important it is not only to consume cultural experiences superficially, but to understand them in a historical and social context. It also became clear how enormous the interventions in the lives and economies of these ethnic minorities still are today. The day also showed how closely tourism, identity and social justice are interwoven. This often starts on a small scale – for example with the decision to buy dinner from a street vendor at the Chiang Mai night bazaar.





Fotos: eigene Aufnahmen

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