Der Kuckuck ist ein zwiespältiges Lebewesen. Einerseits ist er schon bei fast allen Kindern bekannt, ruft er doch weithin hörbar seinen eigenen Namen. Auch weithin bekannt ist der Aberglaube, dass einem das Geld nie ausgehen wird, wenn man beim ersten Kuckucksruf im Jahr Geld eingesteckt hat.
Andererseits kommt der Ausdruck „Kuckuckskind“, für ein Kind das jemandem fälschlich als eigenes untergejubelt wird, von der Vermehrungsstrategie die etwa ein Drittel aller Kuckucksarten weltweit nutzt – was sie nicht gerade sympathisch macht.

Die Kuckucke bilden eine einzige Ordnung mit nur einer Familie, die weltweit etwa 140 Arten umfasst. Mehr als 50 davon sind obligatorische Brutschmarotzer. In Europa findet man nur 3 Arten von denen nur eine auch in Österreich „Brutvogel“ ist. Die anderen zwei Arten sind der im Mittelmeergebiet und bis weit nach Afrika hinein heimische Häherkuckuck und der vereinzelt im europäischen Russland und in Finnland auftretende Hopfkuckuck, auf die ich hier nicht weiter eingehen werde.
Der Kuckuck hat ziemlich genau die Größe der auch bei uns inzwischen weit verbreiteten Türkentaube. Ausgewachsene Kuckucke sind auf der Oberseite schiefergrau. Das Kinn, die Kehle, die Halsseiten und die Vorderbrust sind einheitlich hellgrau und heller als die Oberseite, die übrige Unterseite ist weiß mit breiter graubrauner Bänderung. Die Iris, der Lidring und die Schnabelbasis sind bei Männchen hellgelb, beim Weibchen hellbraun. Neben dieser grauen Farbvariante kommt auch eine rotbraune vor. Die Geschlechter unterscheiden sich sonst nur leicht durch die Farbtönung.

Oben und unten zwei Fotos des Kuckucks von vorhin im Anflug. Fotos: Martin Schischkoff

Sein Verbreitungsgebiet umfasst beinahe ganz Europa, einen Großteil Asiens und den Norden Afrikas, die Überwinterungsgebiete der europäischen Vertreter liegen südlich der Sahara in Afrika.
In seinem Lebensraum müssen ausreichende Kleinstrukturen wie Sträucher, Hecken, vereinzelte Bäume und Ansitzmöglichkeiten vorhanden sein. Maßgeblich für seine Verbreitung ist besonders das Vorkommen der Vögel, die ihm bei der Fortpflanzung als Wirte dienen.

Die Art ist außer durch den charakteristischen Ruf auch durch ihren Brutparasitismus allgemein bekannt. Der Kuckuck legt seine Eier einzeln in Nester kleinerer Singvögel und betreibt selbst keine Brutpflege. Die Kuckuckweibchen bevorzugen einzelne Wirtsvogelarten und legen Eier, die denen dieser Arten weitgehend entsprechen. Das wenige Stunden alte Kuckucksjunge wirft die Eier und Jungvögel der Wirtseltern aus dem Nest und wächst somit allein heran.
Die Weibchen finden die Nester der Wirtsvögel durch Beobachtung. Sie sind häufig schon am Tag vor der Eiablage mehrfach in der Nähe der Wirtsvogelnester zu beobachten. In der Regel wird pro Wirtsnest nur ein Ei, selten zwei gelegt, das in Färbung und Musterung meist sehr gut den Eiern des Wirtsvogels gleicht. Daher auch eine deutliche Prägung auf eine spezielle Wirtsvogelart. Bevorzugte Wirte des Kuckucks sind Rohrsänger, Grasmücken, Pieper, Bachstelzen, Braunellen, Neuntöter, Zaunkönig und Rotschwänze.
Das Aussehen des Kuckucks ähnelt dem des Sperbers oder des Turmfalken und ist eine Form von Mimikry, um den Wirtsvögeln die Anwesenheit eines Greifvogels vorzutäuschen und diese so von ihrem Nest zu vertreiben. Dieser Brutparasitismus spielt in der Natur allerdings, durch die geringe Anzahl an Kuckucken, keine allzu große Rolle für den Bestand der Wirtsvögel.

Seine Nahrung besteht fast nur aus Insekten und anderen Kleintieren, wobei die Jungvögel abhängig von den natürlichen Fütterungsspektren ihrer Wirtsvögel sind. In seltenen Fällen wurden sie sogar schon von Sperlingsvögeln, die kaum Insekten verfüttern, erfolgreich großgezogen.
Obwohl der Kuckuck weltweit als nicht gefährdet gilt, muss er in Mitteleuropa als gefährdet eingestuft werden, was hauptsächlich am radikalen Rückgang seiner Wirtsvögel durch das Fehlen von geeigneten Lebensräumen liegt. Auch der durch die Klimaerwärmung verursachte frühere Brutbeginn bei den Wirten wirkt sich negativ auf den Bestand des Kuckucks aus.
Links: https://de.wikipedia.org/wiki/Kuckucke sowie https://de.wikipedia.org/wiki/Kuckuck
Viel Glück bei Euren Erkundungen wünscht Euch allen,
Robert Pisch
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von 

Ein sehr schöner Artikel über unseren „Guggu“! Und gleich auch noch was Neues gelernt, nämlich dass sich Männchen und Weibchen durch die Augenfarbe unterscheiden – bisher kannte ich das nur von den Moorenten, wo mich das auch schon sehr fasziniert hat mit diesem kleinen aber deutlichen Unterschied der Geschlechter.