8. Dezember 2021
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Beobachtungen im Alltag

Raus aus dem Zug, rauf aufs Rad. Foto: Daniel Geiger/AUTO BILD
Lesedauer ca. 3 Minuten

Neulich im Zug…

…. war ich gar nicht dabei – im Zug. Weil: Im Frühling, Sommer und Frühherbst, wenn es das Wetter zulässt, fahre ich ins Büro von Inzing nach Innsbruck und retour nicht mit dem Zug, sondern mit dem Rad.  Ich kann das hier einmal allen voll empfehlen und sehr ans Herz legen. Es ist gesund, gut für die Umwelt und macht unglaublichen Spaß … man kann unterwegs Blumen pflücken, wenn man ein bisserl Zeit übrig hat … 😉 und die visuellen Eindrücke entlang des Innradwegs sind absolute Highlights.

 Und mit ein bisschen Fantasie wird daraus eine Erlebnisexpedition entlang des Inn-Amazonas durch den Tirol-Regenwald …  Unbedingt nachmachen!

Also, jedenfalls wechselt der Sommer-Serientitel saisonbedingt auf:
Neulich am Rad …

Es ist ja so, dass jetzt das Hauptthema der letzten Monate: Corona  – Gott-sei-Dank – weggebrochen ist, sich langsam zerbröselt und hoffentlich in diesem Bröselzustand bleibt.

Irgendwie ist dann hier so eine Art Vakuum entstanden … Was wäre jetzt das neue Hauptthema…? Und da hat sich gezeigt, dass es nicht mehr DAS eine Hauptthema gibt, sondern wieder die vielen, vielen Themen aufploppen, die während Corona in den Hintergrund rücken mussten. Es ist mir ein wenig schwer gefallen aus der momentanen Vielfalt eins herauszufinden – ähnlich einer Schneekugel, wenn gerade alle Flocken im Schwebezustand herumfliegen… es braucht dann seine Zeit, bis sich die Flocken neu geordnet haben. Und da man ja nicht immer alleine alles nur aus sich schöpfen muss, sondern gern als Gemeinschaftswesen anderer Menschen Weisheiten nutzbringend einfließen lassen kann, möchte ich heute auf schlaue Aussagen von zwei Persönlichkeiten zurückgreifen, die allgemeine Lebensweisheiten sehr pointiert formuliert haben. Und die passen durchaus auch wieder zu Corona …. am Ende.

Sandra Kreisler – Tochter von Topsy Küppers und Georg Kreisler – hat in der letzten Ö1-Sonntagsausgabe von „Gedanken“ – immer sonntags um 9.05 Uhr meist interessante Gedanken von einer meist  interessanten „öffentlichen“ Person  – in den drei Minuten von 9.45 bis 9.48 – wer`s nachhören will – Folgendes gesagt:
„Ich vermisse dieses Ehrgefühl heutzutage immer mehr, dass man besser werden möchte, als man ist. Zuzugeben, dass man vielleicht noch in seiner Entwicklung, seinem Wissen, seiner Erkenntnis noch Raum nach oben hat.

Ich glaube, dass es leichter ist zu verharren in dem, was man kennt und was man weiß. Dann ist das so und da muss ich jetzt nicht viel ändern dran. Und deshalb gibt es so viel Unwillen, sich selbst zu hinterfragen. Ich bedauere das sehr.

Eine der wichtigsten Fähigkeiten, die Menschen heute haben, ist es, ihre Meinung zu ändern aufgrund von fundierter Information. ( … da blitzt plötzlich das Corona-Thema dazwischen auf … 😉).

Heute geht es häufig nur mehr darum, dass man eine Meinung HAT und bei der BLEIBT. […] Es gibt keine Haltung mehr für: Aha, du siehst das anders. Na, dann versuch` ich es mal mit deiner Sicht.
Ich glaube, dass man dafür kämpfen sollte, Anstand zu beweisen auch andern gegenüber. Herzenswärme ist das unterschätzteste Gut überhaut geworden. Und das finde ich schade. „

Josef Hader drückte kürzlich in einem Interview im „Kulturmontag“ ähnliche Gedanken  – in der Formulierung seinem Stil entsprechend  😊 – ähnlich aus:
„Deppat fragen kann jeder – wen andern. Die Kunst ist, sich selber kritisch zu hinterfragen und sich selber zu verunsichern und dann Antworten zu suchen.“

Das ist so klar und deutlich formuliert. Es scheint mir nicht nötig, das noch einmal neu auszudrücken.
Außer, wie immer, dran zu denken: „Das Private ist politisch!“

Dann wünsche ich allen hiermit: Schönen Sommer– geht`s radlfahren – oder wie Josef Hader schon gesungen hat:

Nilbar Güres’ “Escaping Cactus” (2014)

Foto: Stefan Lux / Mak

Topfpflanzen, bitte, geht`s spazieren!  Und auf bald… 😊

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Astrid Hofmüller

Astrid Hofmüller

Astrid lebt seit 18 Jahren in Inzing. Sie ist Mitglied des Klimabündnisses, des Sprachcafes und des FKFI in Inzing. Eine besondere "private Vorliebe" hegt sie für den gepflegten Sinn für feinsinnig-kritischen Humor und verfolgt leidenschaftlich, wenn auch vor allem von zuhause aus - die heimische Kabarettszene ... was das nun konkret für sporadische Beiträge in der Dorfzeitung bedeutet, wird sich weisen ... ;-) Getreu dem Motto von Karl Valentin:" Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen."

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