28. Juli 2021
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Die Amphibien, auch Lurche genannt

Grasfrosch-Paar
Lesedauer ca. 11 Minuten

Die Amphibien zählen weltweit zu den am stärksten gefährdeten Wirbeltieren überhaupt. Das hat mehrere Gründe, einer davon ist etwa eine vom Menschen verschleppte und jetzt bei uns verbreitete Pilzerkrankung auf der Haut der Amphibien die zu deren Erstickungstod führt. Alleine schon das ist ein wichtiger Grund niemals gefangene Tiere in ein anderes Gewässer zu übertragen. Auch im Gartenteich muss man auf natürliche Zuwanderung warten und nicht einfach gefangene Tiere einsetzen! Auch die Klimaerwärmung mit langen Trockenperioden bedeutet für viele Arten das Ende in so mancher Region. Das gilt besonders für jene Arten, die für ihre Fortpflanzung Tümpel mit niedrigem Wasserstand benötigen, in denen sich das Wasser durch die Sonne genügend erwärmen kann – diese trocknen dann oft aus bevor die Larven sich zum fertigen Tier entwickeln können. Zu diesen zählen etwa Unken oder auch Wechselkröten.


Besonders schlimm aber wirkt sich der großflächige Verlust von Lebensräumen aus. Im besiedelten Raum werden fast alle Feuchtgebiete trocken gelegt und in, oft noch überdüngtes und mit Giften behandeltes Ackerland umgewandelt. Naturnahe Wälder als Lebensraum sind eine Seltenheit. Versteckmöglichkeiten und Deckung vor zu hoher Sonneneinstrahlung fehlen oft über weite Strecken.

Die Erdkröte

Alle, oder fast alle, Wanderstrecken zu den Laichplätzen sind von mehreren vielbefahrenen Straßen durchschnitten, und viele weitere menschengemachte Hindernisse machen ihnen das Leben noch schwerer als es schon war. Verheerend ist auch, das von vielen sogar gut gemeinte Aussetzen von Goldfischen in beinahe schon allen Gewässern. Diese fressen dann den Amphibienlaich und auch die Larven.

Wenn man bedenkt, dass von mehreren Tausend gelegten Eiern pro Frosch oder Kröte im Schnitt nur etwa 10 das Erwachsenenalter erreichen, und das unter natürlichen Bedingungen, dann kann man sich gut vorstellen was der zusätzliche Druck ausmacht.

Von den hier vorgestellten Arten kann man im Ortsgebiet von Inzing den Grasfrosch, die Erdkröte, den Alpensalamander und vermutlich vereinzelt noch den Bergmolch finden. In den früheren kleinen Teichen bei den Lehmgruben gab es neben vielen Bergmolchen auch eine große Anzahl Gelbbauchunken. Diese sind jedoch vermutlich für immer verschwunden.

Leider fehlten mir für einige Arten geeignete Fotos und ich konnte auch bei Freunden und Bekannten nicht alle auftreiben. In diesen Fällen ist ein Link zu Fotos auf anderen Internetseiten eingefügt. Ein Bild sagt ja bekanntlich viel mehr als tausend Worte.

Der Alpensalamander

Der Alpensalamander liebt feuchtes Wetter und so trifft man ihn am ehesten dann an, wenn kaum jemand vors Haus geht und weniger noch in die Berge. – Diese und die zwei folgenden Aufnahmen: 29.08.2020 zwischen Warth und Steeg

Wie alle heimischen Salamander ist er eher landlebend und sehr gemächlich in seinen Bewegungen. Ebenso hat er, wie auch der folgende Feuersalamander, an den Vorderbeinen vier, an den Hinterbeinen fünf Zehen. Obwohl die Körperform einer Eidechse ähnelt kann er mit ihr nicht verwechselt werden weil er immer eine feuchte, glänzende Außenhaut ohne hornige Schuppen.

Man trifft ihn fast nur nachts oder bei Regen an. Meist ist er einfärbig glänzend schwarz, selten mit angedeuteten helleren Flecken. Seine Nahrung besteht hauptsächlich aus Würmern, Schnecken und nicht zu schnellen Bodeninsekten. Aufgrund seines Vorkommens im Gebirge legt er keine Eier im Wasser ab sondern bringt nach einer Tragzeit von 2 Jahren ein bis zwei voll ausgebildete lebende Junge zur Welt. Er kann ein recht hohes Alter von 15 (wahrscheinlich sogar bis etwa 20) Jahren im Freiland erreichen.

Der Feuersalamander

Der Feuersalamander lebt besonders gerne in Laubwäldern auf feuchtem Untergrund. Auch ihn trifft man besonders nachts oder bei Regen an. Dieses Exemplar wurde am 16.05.2020 in Kärnten aufgenommen. – Foto: Petra Schattanek, Tiroler Landesmuseen, Naturwissenschaftliche Sammlung

Der Feuersalamander ist deutlich größer als der Alpensalamander hat aber eine recht ähnliche Körperform. Bei ihm findet man immer gelbe bis orange (selten weiße) Flecken oder Streifen auf dunkler Grundfarbe. Er bevorzugt Laubwälder in mittleren oder tieferen Lagen und ist auch besonders bei Regen oder nachts anzutreffen.

Man findet ihn im Osten Nordtirols und in Osttirol, wobei auch ältere Nachweise aus dem Oberinntal und dem Wipptal bekannt sind. Auch er legt keine Eier sondern bringt lebende Larven mit äußeren Kiemenbüscheln in langsam fließenden Gewässern zur Welt wo diese sich zum fertigen Salamander entwickeln.

Der Bergmolch

In den ehemaligen Tümpeln bei den Lehmgruben befand sich eine stabile Population, neben vielen Gelbbauchunken, die jedoch mit der Vernichtung dieser Tümpel verschwand. Er kommt auch in höheren Gebirgslagen gut zurecht und so gibt es doch noch einige Gebirgsteiche, aber leider nur noch wenige im Talbereich, in denen man Bergmolchpopulationen finden kann.

Im Gegensatz zu den Salamandern haben Molche einen senkrecht abgeplatteten Schwanz und deutlich unterscheidbare Geschlechter. Beim Bergmolch haben Weibchen wie Männchen einen leuchtend orangen bis roten, ungefleckten Bauch. Die deutlich kleineren Männchen sind im Frühjahr und großteils auch im Sommer oberseits blau, die Seiten sind schwarz-weiß gepunktet und zum Bauch hin mit einem hellblauen Streifen begrenzt, sie besitzen auch einen bis zur Schwanzspitze durchgehenden leichten Rückenkamm. Die Weibchen sind oberseits dunkelgrau-braun-grünlich marmoriert und besitzen so gut wie keinen auch nur angedeuteten Rückenkamm. Er klebt, wie die meisten Molche, viele kleine Pakete mit jeweils wenigen Eiern an Wasserpflanzen, Schilf oder im Wasser liegendes Geäst. Die Molchlarven haben eine längliche, molchähnliche Form mit winzigen Beinchen und außen liegenden Kiemenbüscheln.
Link zum Bergmolch: http://www.fototrapp.de/index.php?gal=01-01-03-13
(Der bei den Fotos angegebene Wissenschaftliche Name ist nicht mehr aktuell – jetzt: Ichthyosaura alpestris)

Der Teichmolch

Dieser Molch geht nicht so hoch ins Gebirge wie der Bergmolch und ist so auf die wenigen Möglichkeiten im Talbereich angewiesen. Aus diesem Grund gibt es auch nur sehr kleine Restvorkommen dieser Art, die großteils im Tiroler Unterland, im Außerfern und in Osttirol liegen. Lokal ist er auch in Schwimmteiche eingeschleppt.

Er hat mit bis zu 11 cm etwa die Größe der Bergmolch-Weibchen aber die Grundfärbung ist bei ihm mehr bräunlich und oft deutlich heller. Die Bauchseite ist wie beim Bergmolch orange aber immer dunkel gefleckt. In der Wassertracht haben die Männchen einen hohen stark gewellten Rückenkamm der sich über den Schwanz fortsetzt. Der Saum der Unterseite hat am Schwanz oft eine leicht bläuliche Färbung.
Link zum Teichmolch: http://www.fototrapp.de/index.php?gal=01-01-03-11

Die Kammmolche

Vor einiger Zeit noch gab es nur einen Kammmolch, der jedoch aufgrund neuer Erkenntnisse in mehrere Arten aufgesplittet wurde. In Österreich kommen drei Arten vor, der Donaukammmolch jedoch nur im Osten (Niederösterreich, Wien Burgenland). In Tirol findet man 2 Arten, den Nördlichen Kammmolch im Nordwesten und den Alpen-Kammmolch in Osttirol. Im Inntal wurden punktuell auch Exemplare der einen oder anderen Art ausgesetzt, was keinesfalls gut geheißen werden kann! Die Unterscheidung dieser Arten sollte den Spezialisten überlassen werden.

Alle drei Arten sind oberseits eher dunkel gefärbt und haben einen dunkel gefleckten orangen Bauch. Der Rückenkamm der Männchen in der Wassertracht ist sehr hoch und stark gezahnt. Sie sind die größten in Österreich vorkommenden Molche.
Link zum Nördlichen Kammmolch: http://www.fototrapp.de/index.php?gal=01-01-03-22
Link zum Italienischen- oder Alpen-Kammmolch: http://www.fototrapp.de/index.php?gal=01-01-03-21
Link zum Donau-Kammmolch: http://www.fototrapp.de/index.php?gal=01-01-03-23

Die Erdkröte

Erdkröte mit deutlich sichtbarer waagrechter Pupille und gelber Iris –Aufnahme: 22.03.2017, Inzing-Gaisau

Alle in Tirol vorkommenden Kröten haben waagrechte Pupillen. Ein weiteres Kennzeichen der Kröten ist ihre warzige Haut und die meist deutlich sichtbaren großen Ohrdrüsen. Kröten springen eher selten, sie wandern mehr und das oft überraschend weit – was leider auch oft ihr Todesurteil bedeutet, wenn sie die vielen Straßen überqueren oder bei Regen sogar entlang wandern.

Die Erdkröte ist bei weitem die häufigste heimische Kröte und auch die größte, wobei Weibchen sehr viel größer werden als Männchen. Sie sind meist einfärbig ohne markanter Zeichnung wobei die Grundfarbe aber sehr variabel ist, von fast ockerfarben über Brauntöne bis zu sehr dunklem Braun. Die Iris ist dunkelgelb bis rötlich. Sie haben keine äußeren Schallblasen.

Ihre Nahrung besteht aus Kleinlebewesen die sie am Boden auflesen. Wie alle Kröten hängen sie ihre Laichschnüre zwischen Pflanzen oder Geäst im Wasser auf. Bei der Erdkröte sind das Doppelschnüre mit insgesamt mehreren tausend Eiern aus denen die Kaulquappen schlüpfen. Schon sie haben viele Feinde wie Libellenlarven, Wasserkäfer, und so weiter, wobei Fische die Quappen der Kröten wegen ihres Giftes oft meiden. Das wird nicht viel besser bis sie die Erwachsenengröße erreicht haben.

Erdkrötenpaar vor der Eiablage. Gut sieht man den Größenunterschied der Geschlechter – Aufnahme: 25.03.2017, Inzing-Gaisau
Nur nicht loslassen! Man beachte die warzige Haut und die Ohrdrüßen. – Aufnahme: 08.04.2018, Inzing-Gaisau
Relativ dunkle Farbvariante der Erdkröte – Aufnahme: 18.04.2020, Inzing-Gaisau
Wie die meisten Kröten wandert diese Erdkröte anstatt zu springen wie Frösche – Aufnahme: 20.04.2020, Inzing-Gaisau
Junge Erdkröte kurz nachdem sie das Wasser verlassen hat – Aufnahme: 25.06.2017, Inzing-Gaisau
Junge Erdkröte, vor kurzem dem Wasser entstiegen – Aufnahme: 16.06.2017, Inzing-Gaisau
Kaulquappen der Erdkröte sammeln sich oft am Uferbereich in dicht gedrängten Gruppen – Aufnahme: 19.04.2019, Inzing-Gaisau

Die Wechselkröte

Diese kommt zwar nicht in Inzing vor und hat hier auch keinen passenden Lebensraum mit vorübergehenden Stillgewässern wie etwa kleinen Teichen in Schottergruben, aber man kann sie in der näheren Umgebung finden.

Ich möchte erwähnen, dass es sogar auch einen (nicht ganz sicheren) Nachweis aus Inzing gibt.
Siehe: Verbreitung, Bestandssituation und Habitatansprüche von Amphibien im mittleren Tiroler Inntal

Die Grundfärbung der Oberseite ist grau, grünlich oder bräunlich mit deutlich abgehobenem dunkelgrünen Fleckenmuster. Die Unterseite ist hellgrau, oft mit dunkelgrauen Flecken. Die Ohrdrüsen sind eher schwach ausgebildet. Die Iris ist grünlich mit schwarzen Sprenkeln. Sie ist viel kleiner als die Erdkröte.

Wechselkröte – Foto: Dr. Florian Glaser, 03.09.2008

Die Kreuzkröte

Auch sie ist viel kleiner als die Erdkröte. Der Größenunterschied zwischen den Geschlechtern ist gering. Die Grundfärbung des Rückens ist sehr variabel, oft auch deutlich gefleckt oder gemustert, fast immer findet sich aber ein mehr oder weniger deutlicher gelblicher Längsstreifen über die Rückenmitte entlang der Wirbelsäule. Die Iris ist gelb-grünlich. Die Männchen haben eine große kehlständige Schallblase. Die Ohrdrüsen verlaufen meist parallel.
Von ihr gibt es im äußersten Nordwesten Tirols ein Vorkommen.
Link zur Kreuzkröte: http://www.fototrapp.de/index.php?gal=01-02-08-03
(Auch hier ist der wissenschaftliche Name nicht mehr aktuell – jetzt: Epidalea calamita)

Der Europäische Laubfrosch

Ein sehr kleiner unverwechselbarer Frosch mit leuchtend grüner Grundfarbe dessen Hauptaktivitätszeit mit der abendlichen Dunkelheit beginnt. Er braucht unbedingt fischfreie Stillgewässer mit vielen Pflanzen und Schilf. Erst in Südeuropa kommen ähnliche andere Arten von Laubfröschen vor. Die in Südtirol ehemals heimische weitere Art, Hyla perrini, dürfte dort ausgestorben sein. In der nahen Umgebung von Inzing gibt es Vorkommen dieses lautstarken Rufers, bei uns wird es wohl in absehbarer Zeit keinen geeigneten Lebensraum für ihn geben.

Obwohl er Frosch heißt sind Laubfrösche eigentlich näher mit den Kröten als den Fröschen verwandt und weltweit mit Ausnahme der zu kalten Gebiete mit sehr vielen Arten vertreten.

Europäischer Laubfrosch auf Schilf – Aufnahme: 25.05.2019, Völs – künstliches Biotop
Laubfrosch im Alpenzoo – Foto: Ernst Pisch, 06.09.2013, Innsbruck-Alpenzoo
Laubfrosch, die Augen reflektieren das Blitzlicht der Kamera und zeigen nicht die natürliche Farbe – Aufnahme: 25.05.2019, Völs – künstliches Biotop

Der Grasfrosch

Er ist der häufigste und am weitesten verbreitete Frosch in Mitteleuropa und die vermutlich einzige Froschart im Raum Inzing.

Wie alle heimischen Frösche haben sie eine eher glatte, eventuell leicht gekörnte Haut und Ohrdrüsen fehlen. Er ist der größte der in Österreich heimischen Frösche. Die Grundfarbe ist sehr variabel aber fast immer in Brauntönen gehalten, jedenfalls nie grün wie bei den Wasserfröschen üblich. Mehr oder weniger deutliche Zeichnung kann, muss aber nicht vorhanden sein. Im Gegensatz zu den Kröten sind bei den Fröschen die Hinterbeine sehr viel länger als die Vorderbeine und sie haben lange, mit Schwimmhäuten verbundene Zehen an den Hinterbeinen. Bei Fröschen ist außerdem der Größenunterschied zwischen den Geschlechtern eher gering bis nicht vorhanden.

Zum Ablegen der Laichklumpen, aus denen dann die Kaulquappen (= Larven) schlüpfen bevorzugen sie stehende oder langsam fließende, nicht allzu tiefe Gewässer mit dichtem Bewuchs die möglichst fischfrei sein sollten. Schon nach wenigen Tagen sind die Quappen an das Gewässer ihrer Geburt geprägt und suchen später als erwachsene Tiere nach Möglichkeit dasselbe Gewässer zur Fortpflanzung auf.

Die beiden anderen Braunfroscharten, der Moorfrosch und der Springfrosch, kommen in Tirol vermutlich nicht vor. Zur schnellen Unterscheidung der drei Arten dient die Länge der Hinterbeine, die Kopf- und besonders die Schnauzenform sowie Abstand und Größenverhältnis von Auge und Trommelfell.

Grasfrosch mit Laichballen, im Hintergrund sieht man Laichschnüre der Erdkröte – Aufnahme: 01.04.2017, Inzing-Gaisau
Grasfrosch am Waldboden, sehr gut zu sehen ist Abstand und Größe des Trommelfells (ein Unterscheidungsmerkmal zu ähnlichen europäischen Fröschen) – Foto: Ernst Pisch, 07.10.2011, Inzing/Hatting-Schöfftal

Der Springfrosch

Er ist deutlich kleiner als der Grasfrosch und meist recht hell, mit nur geringer Zeichnung, gefärbt. Außerdem ist sein Kopf etwa so breit wie lang und mit spitzer Schnauze (bei Grasfrosch stumpfe Schnauze und bei Gras- und Moorfrosch breiter als lang). Seine Hinterbeine sind besonders lang und ermöglichen ihm somit besonders weite Sprünge. Sein Trommelfell ist etwa so groß wie sein Auge (bei Gras- und Moorfrosch ist es kleiner) und liegt sehr Nahe hinter dem Auge (der Abstand ist immer kleiner als der halbe Durchmesser des Trommelfells).

In Nordtirol ist es sehr unwahrscheinlich einen Springfrosch zu finden, diese kommen jedoch am Rande und außerhalb des alpinen Gebiets in Ostösterreich von der Grenznahen Region um Kiefersfelden-Bayern-Salzburg ab vor. Ebenso kann man ihn in Osttirol, nahe der Grenze zu Kärnten hin finden. Der Moorfrosch ist bei uns noch mehr auf den Osten und Süden beschränkt.

Link zum Springfrosch: http://www.fototrapp.de/index.php?gal=01-02-10-13 Link zum Moorfrosch: http://www.fototrapp.de/index.php?gal=01-02-10-12

Der Teichfrosch, Tümpelfrosch (= Kleiner Teich- oder Wasserfrosch) und Seefrosch

Seefrosch – Foto: Ernst Pisch, 28.08.2015, Innsbruck-Alpenzoo

Von den drei in Österreich heimischen Wasserfroscharten (= Grünfrösche) kann man zwei an wenigen Stellen Tirols finden, den Kleiner Wasserfrosch und den Teichfrosch, der vermutlich eine Kreuzung zwischen dem Seefrosch und dem Kleinen Wasserfrosch ist. Von der Größe her liegt er in der Mitte zwischen dem Seefrosch als größten und dem Kleinen Teich- oder Wasserfrosch. Diese drei sind nicht einfach zu unterscheiden. Beispielsweise kann man sie an der Farbe der beiderseits hinter dem Kopf liegenden seitlichen Schallblasen auseinanderhalten. Diese ist beim Seefrosch dunkelgrau, beim Teichfrosch mittel bis eher hellgrau und beim Kleinen Wasserfrosch weiß. Die Grünfrösche leben hauptsächlich im Wasser und sind kaum weiter von Wasserstellen entfernt zu finden. Im Gegensatz zum Grasfrosch, der recht leise knurrend quakt, ist ihr abendliches und nächtliches Rufen recht laut und sehr eifrig.

Link zum Teichfrosch: http://www.fototrapp.de/index.php?gal=01-02-10-05

Link zum Seefrosch: http://www.fototrapp.de/index.php?gal=01-02-10-10

Link zum Kleinen Wasserfrosch: http://www.fototrapp.de/index.php?gal=01-02-10-08

Die Gelbbauchunke

Auf den ersten Blick hat sie eine gewisse Ähnlichkeit mit einer sehr kleinen, relativ flachen und warzenreichen Kröte, mit kaum gezeichnetem grau bis bräunlich gefärbtem Rücken. Ganz anders ist ihr Bauch. Hier hat sie eine grell gelbe bis orange Grundfarbe mit dunklen Flecken, wobei das Gelb mehr als die Hälfte der Fläche bedeckt. Bei Überraschung an Land neigt sie dazu, sich aufzuwölben und die Beine nach oben zu drehen, um so die Warnfarbe zu zeigen und den Feind zu verwirren. Besonders auffallend, wenn man sie aus der Nähe sieht, sind ihre dreieckigen bis herzförmigen Pupillen, die man nur bei den Unken findet (gilt für Österreich und Deutschland).

Sie steigt fast bis zur Waldgrenze auf die Berge und Laicht im späteren Frühjahr bis Frühsommer mehrere kleine Laichballen mit insgesamt bis zu 180 Eiern ab. Dafür dürfen die Gewässer nicht zu tief sein, so dass sie sich von der Sonne ausreichend erwärmen lassen. Oft werden auch Pfützen in Spurrinnen genützt.

Gelbbauchunke – Das Foto wurde dankenswerterweise von Kathy Büscher auf Pixabay zur freien Verfügung bereitgestellt. 09.06.2016, Ort unbekannt

In Europa kommen noch viele weitere Amphibienarten vor, insbesondere Italien, die Iberische Halbinsel und der Balkan sind reich an Amphibienarten. Es würde aber viel zu weit führen diese hier zu nennen. Hierzu findet man einige hervorragende Bücher und viele Web-Links.

Zusätzliche Infos unter anderem bei:

https://forum.herpetofauna.at/

http://www.nw-arbeitsgemeinschaft.at/index.php/hag-news.html

https://www.froschnetz.ch/

https://www.lars-ev.de/

https://amphibiaweb.org/search/

http://www.fototrapp.de/ (viele gute Fotos von Europäischen Amphibien!)

https://herpetofauna.jimdofree.com/

https://www.biologie-seite.de/Biologie/Kammmolche

http://www.fieldherping.eu/Forum/

http://vipersgarden.at/cascade/index.php

https://amphibiaweb.org/index.html

http://www.herpetology.eu/

https://amphibiansoftheworld.amnh.org/https://www.bund.net/fileadmin/user_upload_bund/publikationen/tiere_und_pflanzen/lurche/steckbrief_alpensalamander.pdf
und viele andere…

Literatur zum Download:
https://www.zobodat.at/pdf/Natur-in-Tirol_8_0001-0158.pdf

https://www.tirol.gv.at/fileadmin/themen/umwelt/naturschutz/downloads/Feuersalamander_Infoblatt_final_12VI2017.pdf

Bezüglich Chytridpilz und freigesetzte Haustiere:

https://www.tirol.gv.at/fileadmin/themen/umwelt/naturschutz/downloads/Chytridiomykose.pdf

https://www.tirol.gv.at/fileadmin/themen/umwelt/naturschutz/downloads/Salamanderpilz_BSAL_WEB.pdf

ORF Tirol – Gefährliche Goldfische WWF-Vorauer

Mein besonderer Dank gilt folgenden Fachleuten auf diesem Gebiet in Tirol: Dr. Florian Glaser (Technisches Büro für Biologie, Herpetologie), Peter Morass (Naturwissenschaftliche Sammlung, Tiroler Landesmuseen) sowie seiner Mitarbeiterin Mag. Petra Schattanek, MSc und OR Mag. Christian Plössnig (Mitarbeiter der Abteilung Umweltschutz des Landes Tirol und Initiator des Amphibienzaunes in Hatting). Sie versorgten mich bereitwillig mit Fotos und Informationen und konnten auch Fehler korrigieren, die mir unterliefen.

Alle Fotos (wenn nicht anders angegeben): Robert Pisch


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Robert Pisch

Robert Pisch

Robert ist grafischer Facharbeiter in der Druckvorstufe und seit kurzem in Pension. Er hat zuletzt seit mehreren Jahren die grafischen Vorarbeiten für die Druckversion der DZ-Inzing erledigt. Als Mitglied von JUF, seit der Gründung dieser Fraktion, sitzt er die letzten Gemeinderatsperioden auch im Landwirtschaftsausschuss. Sein größtes Interessensgebiet ist die Natur und der Umgang mit ihr. Zusätzlich liebt er es, rein hobbymäßig, zu fotografieren und ist passionierter Fußgänger. In den letzten Jahren ist er auch auf den Geschmack und den Reiz von “Weitwanderungen” gekommen. In den sporadischen Beiträgen möchte er diese Interessensgebiete und daraus gewonnene Erfahrungen näher bringen und hofft dabei auch, die eine oder andere Diskussion “anzuzetteln”.

Alle Beiträge ansehen von Robert Pisch →

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