27. Oktober 2020

Der Wert des Blinkers für nichtmotorisierte Verkehrsteilnehmer

Lesedauer ca. 2 Minuten

Ein Thema, über das ich nie dachte etwas zu schreiben. Wie in meiner Kurzbeschreibung gesagt, bin ich passionierter Fußgänger und bemerke seit vielen Jahren, eigentlich eher schon immer, dass der Blinker zur Anzeige einer geplanten Richtungsänderung, fast nur auf Hauptverkehrsstraßen verwendet wird.

Auf Nebenstraßen, wie etwa bei der Murkapelle, wird von mehr als der Hälfte der Blinker gar nicht oder erst, wenn das Fahrzeug schon in die Kurve fährt, benützt.

Ich weiß natürlich, dass es in seltenen Fällen ein kurzfristiger Entschluss ist oder der Fahrer die Strecke nicht ausreichend kennt. Meistens jedoch ist es reine Gedankenlosigkeit!

Ganz bewusst sage ich nicht Rücksichtslosigkeit. Viele der Betroffenen kenne ich und bin mir sicher, dass sie einfach nicht daran denken, wie wichtig es auch für jeden Fußgänger und Radfahrer ist vorausblicken und vorausplanen zu können.

Was für Jugendliche und Erwachsene im besten Alter noch kein größeres Problem ist – sie reagieren recht schnell und sind auch körperlich flexibel und fit – ändert sich jedoch stark wenn die Reaktionszeit oder die Fitness aus irgend einem Grund nicht mehr so gut ist.

Das kann altersbedingt sein. So ist doch bei Kindern oft das Erkennen und die Einschätzung einer Gefahr noch nicht genügend erlernt und muss durch die Begleitperson frühzeitig abgeschätzt werden. Erwachsene können durch Krankheit, Alter oder auch andere Ursachen wie etwa einer fortgeschrittenen Schwangerschaft, in der Beweglichkeit behindert sein. Auch in diesen Fällen ist es wichtig um einiges weiter im Voraus reagieren zu können.

Beinahe alle betroffenen Fahrzeuglenker fahren ja sehr vorsichtig und so kommt es, Gott sei dank, auch nur selten zu Unfällen. Die Tatsache, dass unnötige Verzögerungen und überflüssiger Stress verursacht wurde bleibt jedoch bestehen. Es ist ja nicht reizvoll als Lehrerin oder Lehrer mit einer Schulklasse von 15 oder 20 Sechs- bis Siebenjährigen zum Spielplatz zu gehen und bei keinem Fahrzeug zu wissen, ob es eine potentielle Gefahr darstellt. Auch bei der oder dem Gehbehinderten ist es doch so, dass der Versuch, im letzten Moment noch schnellstmöglich weiter zur Seite zu kommen oft eine erhöhte Sturzgefahr verursacht.

Dabei wäre es so einfach und würde sogar von allen weniger Konzentration verlangen, wenn man einfach automatisch bei jeder Richtungsänderung den Blinker betätigt. Unabhängig davon ob jemand hier ist der oder die es wissen sollte oder nicht. Als Fahrzeuglenker, weiß ich ja meistens wohin ich fahren will. Die zusätzliche Konzentration auf die Umgebung könnte verringert werden, man könnte flüssiger Fahren, weil seltener erst noch jemand den Weg frei machen muss und der Stress könnte für alle Seiten verringert werden.

In der Hoffnung, dass in Zukunft wenigstens etwas öfter Blinker benützt werden, möchte ich mich jetzt schon herzlich dafür bedanken und allen ein unfallfreies Leben wünschen.

Foto: Robert Pisch

Diesen Artikel teilen:
Robert Pisch

Robert Pisch

Robert ist grafischer Facharbeiter in der Druckvorstufe und seit kurzem in Pension. Er hat zuletzt seit mehreren Jahren die grafischen Vorarbeiten für die Druckversion der DZ-Inzing erledigt. Als Mitglied von JUF, seit der Gründung dieser Fraktion, sitzt er die letzten Gemeinderatsperioden auch im Landwirtschaftsausschuss. Sein größtes Interessensgebiet ist die Natur und der Umgang mit ihr. Zusätzlich liebt er es, rein hobbymäßig, zu fotografieren und ist passionierter Fußgänger. In den letzten Jahren ist er auch auf den Geschmack und den Reiz von “Weitwanderungen” gekommen. In den sporadischen Beiträgen möchte er diese Interessensgebiete und daraus gewonnene Erfahrungen näher bringen und hofft dabei auch, die eine oder andere Diskussion “anzuzetteln”.

Alle Beiträge ansehen von Robert Pisch →

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

code