14. Mai 2021
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Interview mit Thanaa und Rahem Aloush

Thanaa und Rahem, Foto: Sandra Milne-Skinner
Lesedauer ca. 3 Minuten

Ein weiteres Interview von Sandra und Andrew Milne-Skinner. Diesmal treffen sie Thanaa und Rahem Aloush. Das Gespräch wurde am 30. April in Inzing geführt.
S: Sandrew, T: Thanaa, R: Rahem

S: Danke schön für diese Möglichkeit! Woher seid Ihr gekommen?      

T: Aus Syrien.

S: Seit wann wohnt Ihr hier in Inzing?                                                                 

R: Fünf Monate.

S: Was hat Euch hier nach Tirol gebracht?

R: Problem mit der Regierung… so …  Türkei, Griechenland, Serbien, Mazedonien, Ungarn, nach Oesterreich.
T: Ich zwei Jahre später, 2015.

S: Früher wohnten Sie in Flaurling, in der Nähe des Bahnhofs. Seit Dezember letzten Jahres in der Hube 9, hier in Inzing. Wie ist das Leben für Euch hier in Inzing?

R: Wir haben hier Schule, Sport … viel los

S: Hat es Euch in Flaurling nicht so gut gefallen?

T: In Flaurling kein Fussball, Schule weit weg. Kaufen ein Problem…nur mit dem Zug. Hier sind die Leute freundlicher als in Flaurling.

S: Rahem, du hast immer noch ein Problem mit deinen Augen, stimmt das?

R: Doppelte Sicht, ich muss jede Stunde Tropfen nehmen, habe Kopfschmerzen, trage Sonnenbrille, zwei Operationen bis jetzt, eine dritte kommt…

S: Und du spielst gern ein Instrument…. ?

R: Ja, Arabischer Oud

S: Letzten Sommer haben Rabe (11 Jahre alt) und Rawad (10) Englisches Cricket mit 10 anderen Mitgliedern des Freundeskreises hier in Inzing, gegenüber vom Schwimmbad, gespielt? Wie war das?

R & R: Sehr cool. Hat Spass gemacht. Aber das ‚bowling‘ (Ballwerfen) war ein bisschen schwer….

S: Wie kann der Freundeskreis Euch allen weiter helfen?

T: Konversation…Treffen …Kontakt

S: Thanaa, was hast du früher gemacht?

T: Ich war Lehrerin, Vorschule im Sommer, dann Mittelschule. Ein Jahr auch in Library Information, Universität Damaskus. Ich möchte gern hier als Betreuerin arbeiten….ich brauche Sprachniveau B2…mache jetzt A2! …. Ich mache einen Fahrkurs, aber ich habe Furcht wenn ich fahre….! Ich habe hier schon gelernt, Rad zu fahren!!

S: Wir freuen uns auf unsere nächste Fahrradtour … vom Freundeskreis organisiert!

S: Und du, Rahem? Was hast du bis jetzt gemacht?

R: Chefkoch in einem Restaurant im Lebanon. Zwei Jahre in Sautens bei der Gemeinde. Jetzt kann ich nicht arbeiten….die Augen sind das Problem.

T: Hier ist Elian, unser dritter Sohn, 6 Jahre! Alle drei gehen um 7 Uhr abends schlafen …aber nur  in der Schulwoche!

(Rawad zeigt uns was er mit Bunststiften gemacht hat: ein wirklich schönes Bild von einem springenden Delfin!)

Rawad mit seiner Zeichnung. Foto: Sandra Milne-Skinner

T: Jeden Tag spreche ich (durch WhatsApp) mit meiner Schwester in Salameh, unser grosses Dorf …  mit 20.000 Einwohnern. Hier in Inzing haben wir Wasser, Strom, Schule … Sicherheit und Glück. 

S: Recht herzlichen Dank für dieses Interview.  Wir alle wünschen Euch Glück und Erfolg!

T & R: Vielen Dank.


Im wunderschönen Monat Mai

Gedicht von Heinrich Heine aus dem Buch der Lieder (1827).

Im wunderschönen Monat Mai,
Als alle Knospen sprangen,
Da ist in meinem Herzen
Die Liebe aufgegangen.

Im wunderschönen Monat Mai,
Als alle Vögel sangen,
Da hab ich ihr gestanden
Mein Sehnen und Verlangen.

Englische Übersetzung von Sandrew:

In the lovely, wonderfully beautiful month of May
As all the buds were opening, sprouting, bursting (into bloom)
It was then that in my heart
The dawn of love did break, love unfolded, love began to blossom.

In the lovely, wondrous month of May
As all the birds were singing
Then did I confess to her
My longing, my yearning and desire.


Arbeit – Muße – Faulheit

Gedicht von Anatol Schivkov, 2021 – aus Botschaften vom anderen Leben. Englische Übersetzung von Sandrew.

Arbeit – Muße – Faulheit
Ein Drittel von jedem
Das müsste doch zu schaffen sein
Unter einen Hut zu bringen sein
Auf der Suche nach dem verlorenen Sinn
Das müsste doch zu füllen sein
Auf dem Weg ins bedingungslose Leben
Auf dem Weg ins Ich

Labour – Leisure – Laziness
One third of each
That must be manageable
Able to be coordinated
In search of the lost purpose
It must be possible to fill that in
On the way to unconditional life
On the way to finding myself

Kann sein mit Ächzen und Stöhnen
Es gibt schließlich unglaublich viel
Unglaubwürdigkeit
Und unglaublich viel Ungerechtigkeit
Schuld sind oft die anderen
Und ich

It’s possible with many a groan and moan
Ultimately, it’s totally unbelievable
And there’s an incredible amount of injustice
The fault lies often with others
And myself

Arbeit gleich Handeln
Muße gleich Gedanken wirken lassen
Faulheit gleich Genuss
Für mich geht die Rechnung auf
Das könnte auch die Wirtschaft freun
Das müsste wie gesagt zu schaffen sein

Work equals action
Leisure is the same as letting thoughts take their course
Laziness is pure pleasure
For me it doesn’t work out
That could suit the economy
As I said, that must be manageable

Philosophie purIm Gespräch mit Anatol Schivkov – Sendung vom 1.5.2021 auf OE1:
https://oe1.orf.at/programm/20210501/637754/Philosophie-Pur

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Sandrew

Sandrew

Andrew and Sandra were both born in Scotland and both studied at the University of St Andrews, although they didn’t know each other then. Andrew is an English teaching professional with 40 years’ experience at school and University level. He has held seminars all over Europe and is still active in professional development for teachers and in related publishing. Andrew moved to Inzing from Innsbruck in 1998. He has worked in Austria for most of his working life. He is a great reader and has an impressive library. His other interests include classic cars and football. Sandra had a varied career as a manager in public services in the UK, finally specializing in Customer Service. She spent the last part of her working life as a freelance management consultant. She is also qualified to teach English and is a member of the Institute of Customer Service (UK). Her hobbies include gardening, hillwalking and cycling. She and Andrew married in August 2006 and Sandra moved to Inzing in 2011 when they built their house in Brechtenweg. Andrew and Sandra are members of the Inzing Freundeskreis für Integration and help to run a fortnightly Sprachcafé for newcomers. Andrew was a contributor to the Radio Enterbach project in 2009 and Andrew and Sandra now make two programmes for Freirad, Poetry Café and reading Circle (both in English). They are keen to ensure that the Dorfzeitung remains a meaningful and useful publication which offers something to everyone who lives in the village.

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