11. April 2021
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Natur- und Tierfotografie – Teil 5

Waldbaumläufer sucht unter einer Fütterungsstelle nach Schmackhaftem. Alle Fotos: Robert Pisch
Lesedauer ca. 4 Minuten

Wie gehe ich vor und welches Objektiv wofür?

Als erstes sollte ich wohl einen meiner eindeutigen Fehler nennen. Man sollte unbedingt möglichst viel mit Stativ arbeiten. Nur so kann man es wirklich verhindern das Foto zu verwackeln. Das ist besonders bei Landschafts- und Pflanzenfotos wichtig, bei Tieraufnahmen ist es leider oft schwierig weil man weniger flexibel ist.

Für die Wahl der verwendeten Objektive spielen in erster Linie die persönlichen Vorlieben die Basis für die Auswahl.

Landschaftsaufnahmen und Übersichten wird man häufig mit einem Weitwinkelobjektiv oder Normalobjektiv zwischen 24 mm und 75 mm Brennweite (bei Vollformat also meistens angeschriebene Brennweite mal 1,5 = 18-50 mm) verwenden. Sollten Fragen zu dieser Umrechnung (dem Crop-Faktor) auftreten so bitte ich mich zu informieren, dann kann ich diesen Punkt noch eingehender erklären.

Für Pflanzen und Makro wählt man eher eine Brennweite von ungefähr 50 mm bis in den Telebereich von etwa 200 mm. Ein gutes Makroobjektiv kann natürlich auch für normale Aufnahmen verwendet werden, man kann damit aber viel näher an das Objekt gehen und es ist meist eher auf der teuren Seite.

Für viele Tieraufnahmen wird man, wegen dem großen Fluchtabstand, ein mehr oder weniger starkes Teleobjektiv benötigen. Bis zu 300 mm Brennweite erhält man noch relativ günstige, aber dann nicht so lichtstarke Objektive zwischen 350 und 700 Euro. Ein lichtstarkes Tele von 400 oder 600 mm geht jedoch so gut wie immer weit über 1000 Euro und das meistens sogar noch am Gebrauchtwarenmarkt wie willhaben.at. Wenn man einen weiteren Lichtverlust in Kauf nehmen kann und will, so hat man meist mit Vergrößerungskonvertern (1,4x oder 2x) eine weit günstigere Möglichkeit. Ich bin mit meinem 1,4x-Konverter, zusammen mit dem Zoom bis 300 mm, sehr zufrieden aber der Lichtverlust entspricht dabei einer Blendenstufe (bzw. der doppelten Aufnahmezeit).

Die meisten, der hier gezeigten Tierfotos sind mit einer Brennweite von 300 bis 350 mm aufgenommen. Mehr geht freihändig, auch bei sehr gutem Licht, fast nicht mehr ohne zu verwackeln.

Viele Motive wird man dann zufällig beim aufmerksamen Spazieren entdecken und, wenn die Kamera bereit ist, auch einfangen können. Bei einigen anderen muss man, durch wiederholtes Beobachten beliebte Aufenthaltsorte entdecken und sich dort ruhig auf Lauer legen (oder eher setzen). Recht oft kann man beobachten wie die Umgebung sich zusehends belebt, wenn man erst 20 bis 30 Minuten fast ohne Bewegungen und sehr leise nur beobachtet. Wie schon im ersten Teil der Serie erwähnt darf man nie vergessen, dass beinahe alle Tiere auf die Warnrufe anderer Arten achten und entweder sofort fliehen oder sehr vorsichtig werden. Das nötige Quäntchen Glück braucht es natürlich auch immer.

Es muss auch durchaus nicht immer das ganz besondere Motiv sein. Auf einer gelungenen Aufnahme kann man meist auch in den alltäglichsten Dingen viel Schönheit entdecken. Auch ist es mir selbst schon so ergangen, dass ich ein simples Stockentenpärchen fotografiert habe und später, am Foto, im Hintergrund am Schilfrand eine viel seltenere Krickente entdeckte.

Besonders bei Makroaufnahmen und bei Flugbildern ist es auch meistens besser, den Autofokus auszuschalten und manuell scharf zu stellen. So ist es viel wahrscheinlicher, dass der richtige Punkt auch scharf ist. Im Endeffekt soll aber jede/r für sich den besten Weg finden und so die Vielfalt bewahren und ausweiten.

Alle in den 5 Teilen gezeigten Fotos wurden in freier Wildbahn (großteils Gaisau) aufgenommen. Selbstverständlich kann man auch in Zoos oder bei sonstigen gefangen gehaltenen Tieren schöne Fotos machen und die Gefahr der Flucht ist dann klein.

Hier noch ein paar, willkürlich gewählte, Links von deutschsprachigen Seiten:

https://www.vtnoe.at/
https://www.richtig-fotografiert.de/arten-der-fotografie/naturfotografie/
http://www.natur-photos.eu/
https://bernd-kleinschrod.de/naturfotografie-ausruestung/
https://www.fotomagazin.de/praxis/tipps-tricks/tamron-objektivschule-7-naturfotografie-tipps-vom-profi
https://www.fotos-fuers-leben.ch/fotokurs/naturfotografie/

Teil 1: Einleitung
Teil 2: Vor- und Nachteile der Aufnahmegeräte
Teil 3: Grundeinstellungen
Teil 4: Warum RAW?
Teil 5: Wie gehe ich vor und welches Objektiv wofür?

Zilpzalp mit Heuschrecke im Schnabel. Ein glücklicher Zufall und die Kamera bereit
Weißstorch. Zu den Zugzeiten kann man auch bei uns immer wieder Störche sehen.
Die Mönchsgrasmücke (männlich) sitzt eher selten so frei und so nahe. Der unscharfe Ast an der Schwanzwurzel stört etwas, im Kopf wäre es schlimm.
Mauereidechsen findet man nicht in Inzing aber in Zirl und recht häufig auch in Hötting (hier Gramart).
Das Leinkraut, eine früher genutzte Heilpflanze, steht besonders gerne an Wegrändern.
Laubheuschrecken ernähren sich hauptsächlich von anderen Insekten. Die muss man nur entdecken, dann sind sie eher leicht zu fotografieren.
Barren-Ringelnatter, die bei uns heimische westliche Unterart, beim Wärmen in der Sonne. Sie ist übrigens vollkommen harmlos und streng geschützt.
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Robert Pisch

Robert Pisch

Robert ist grafischer Facharbeiter in der Druckvorstufe und seit kurzem in Pension. Er hat zuletzt seit mehreren Jahren die grafischen Vorarbeiten für die Druckversion der DZ-Inzing erledigt. Als Mitglied von JUF, seit der Gründung dieser Fraktion, sitzt er die letzten Gemeinderatsperioden auch im Landwirtschaftsausschuss. Sein größtes Interessensgebiet ist die Natur und der Umgang mit ihr. Zusätzlich liebt er es, rein hobbymäßig, zu fotografieren und ist passionierter Fußgänger. In den letzten Jahren ist er auch auf den Geschmack und den Reiz von “Weitwanderungen” gekommen. In den sporadischen Beiträgen möchte er diese Interessensgebiete und daraus gewonnene Erfahrungen näher bringen und hofft dabei auch, die eine oder andere Diskussion “anzuzetteln”.

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