23. Januar 2022
Newsletter   

Hatting Anno

Lesedauer ca. 2 Minuten

Wieso liegt das alte Ortszentrum von Hatting südlich, also bergauf von der Landesstraße, wenn es doch nach Norden zu ins Flache sonniger wäre? Was hat es mit alten Flurnamen wie „Schindermahd“ auf sich? Und wieso verlaufen die Gemeindegrenzen von Inzing, Hatting und Pettnau im Norden von Hatting so eigenartig?

Wer am Nationalfeiertag im Hattinger Gemeindesaal die Ausstellung, Vorträge und Videos erlebt hat, fand auf solche Fragen interessante Antworten. Markus Geyr hat sich mit dem Verein Kultur.Hatting und dem Chronikteam Hatting zusammengetan, um die Vergangenheit des Dorfes lebendig werden zu lassen. Der Fokus liegt auf den letzten 200 Jahren, denn in dieser Zeit hat sich der Ort am stärksten verändert und das ist auch gut dokumentiert.

In den 1820er Jahren wurde eine Flusskarte des Inns erstellt. Darauf sieht man deutlich, dass die Flusslandschaft zwischen Hatting und Leiblfing damals um die fünf Kilometer breit war. Brücke gab es keine, aber bei Niedrigwasser konnte man über die Inseln und ständig wechselnden Schotterbänke hinüberwaten und sonst gab es Fähren.

Der Bau der Eisenbahnstrecke nach Westen im späten 19. und der Autobahn im 20. Jahrhundert führten zu einer Regulierung des Inns und veränderten den nördlichen Teil von Hatting grundlegend.

Zu diesen Veränderungen und zu den großen Bränden im Dorfkern von Hatting wurden bei der Ausstellung vier interessante Kurzvideos gezeigt. Markus Geyr und Annemarie Huber, in Sonntagsgewand aus dem frühen 19. Jahrhundert gekleidet, führten mit Zitaten aus Originaldokumenten durch die Themen. Ergänzt wurde die Ausstellung durch alte Gegenstände zu verschiedenen Lebenssituationen aus der privaten Sammlung von Bruno Sailer. Das Chronikteam stellte alte Sterbebilder und Karten mit Flurnamen aus und feierte im Rahmen der Ausstellung ihr 25-jähriges Bestehen.

Wer die Ausstellung Ende Oktober verpasst hat, kann die kurzen Videos auf youtube nachschauen.

Hatting brennt: eine Darstellung des großen Dorfbrandes 1897

Der Schinder von Hatting: Die Geschichte über das geheimnisvolle Abdeckerhäusl in der Gaisau

Hatting, ein Kind des Inns: Berichte über mehrere Innüberschwemmungen und die Innfähre

Am Dorfbach entlang: eine Aufarbeitung der alten Hausnamen und des seinerzeitigen Dorfbildes

Den Link dazu gibt es bald auch auf der Homepages des Vereins Kultur.Hatting:

https://www.kultur-hatting.at/

Alle Fotos: Verein Kultur.Hatting.

Vergleiche dazu auch den DZ-Artikel “Inzing im 19. Jahrhundert” von Markus Geyr!

Diesen Artikel teilen:
Brigitte Scott

Brigitte Scott

Brigitte Scott lebt seit 20 Jahren in Inzing und ist hier im Chor Inigazingo, im Kulturausschuss als Vertreterin der Liste JuF und im Kulturverein aktiv. Bis zum Ende der gedruckten Dorfzeitung war sie viele Jahre deren (Mit)herausgeberin und vor allem an Kulturberichterstattung interessiert. Brigitte ist ursprünglich aus Salzburg und lebte 16 Jahre in England. Ihrem Beruf als Übersetzerin und Lektorin geht sie in reduziertem Umfang auch jetzt in der Pension noch nach. 2009 engagierte sie sich im Projekt Radio Enterbach und davor im Literaturprojekt Andern(w)orts, beide vom Kulturverein. Sie liebt Musik, als Chorsängerin und als rege Besucherin von Konzerten. Sie ist Mitglied des English Reading Circle, der sich jedes Monat trifft, um ein bestimmtes Buch zu besprechen, natrürlich auf Englisch. Sie gartelt mit Freude, aber hauptsächlich nach der Methode "Versuch und Irrtum". Trotzdem findet sie immer wieder genug zu ernten, um ihrer Kochleidenschaft zu frönen. Saisonale und indische Küche, die sie in England erlernt hat, liebt sie besonders - und ihre Gäste ebenfalls.

Alle Beiträge ansehen von Brigitte Scott →

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

code